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(de) NZ, Aotearoa, AWSM: Polar Blast - Der Staat: Autorität ohne Legitimität (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Tue, 26 May 2026 08:15:33 +0300


Wenn der Kapitalismus die ökonomische Seite der Herrschaft ist, so ist der Staat ihre politische Seite. Und so wie Anarchokommunisten die liberale Markttheorie als Raum echter Freiheit ablehnen, verwerfen sie auch die liberale Staatstheorie als neutralen Schiedsrichter zwischen widerstreitenden Interessen. Der Staat ist kein Gesellschaftsvertrag. Er ist eine historische Anhäufung von Macht, Gewalt und Autorität, die den Interessen der herrschenden Klassen dient und sich gleichzeitig als universeller Vertreter des Gemeinwohls darstellt.

Diese Ablehnung des Staates ist vielleicht der markanteste und missverstandenste Aspekt des Anarchismus. Menschen, die in Gesellschaften aufgewachsen sind, in denen der Staat scheinbar für Gesundheitsversorgung, Bildung, Sozialleistungen und Schutz vor Konzernmissbrauch sorgt, empfinden den anarchistischen Antietatismus oft als alarmierend, als ob die Abschaffung des Staates bedeuten würde, jegliche kollektive Versorgung abzuschaffen und alle dem ungezügelten Kapital auszuliefern. Dies ist ein schwerwiegendes Missverständnis, dem es sich lohnt, direkt entgegenzutreten. Der Anarchokommunist lehnt kollektive Versorgung nicht ab. Ganz im Gegenteil: Der Anarchokommunismus basiert auf der Überzeugung, dass die kollektive, kooperative Bereitstellung der lebensnotwendigen Güter sowohl möglich als auch wünschenswert ist. Anarchokommunisten lehnen jedoch die spezifische Form kollektiver Organisation ab, die durch eine zentralisierte, hierarchische und repressive Institution vermittelt wird, welche das Gewaltmonopol für sich beansprucht. Der Staat stellt zwar einige soziale Güter bereit, erhält aber gleichzeitig die Bedingungen der Ausbeutung aufrecht, kontrolliert die Bevölkerung durch Überwachung und Disziplinierung, beteiligt sich an kolonialen und imperialen Abenteuern, unterdrückt radikale politische Aktivitäten und konzentriert die Entscheidungsmacht in den Händen einer bürokratischen und politischen Elite, die in keiner Weise dem Volk gegenüber rechenschaftspflichtig ist, das sie angeblich regiert.
Die für die Freiheit relevante Frage zum Staat lautet: Fördert oder schwächt er die tatsächliche Fähigkeit der Menschen, ihre Lebensbedingungen selbst zu gestalten? Die anarchokommunistische Antwort lautet stets: Selbst der demokratischste Staat versagt systematisch. Die repräsentative Demokratie, die in der liberalen Theorie so hochgelobte Form der politischen Organisation, ist ein Mechanismus zur periodischen Bestätigung der Herrschaft der Eliten, nicht aber zur echten Selbstverwaltung des Volkes. Alle paar Jahre wählt man eine von wenigen Parteien, deren politische Differenzen sich in einem engen, für das wirtschaftliche Establishment akzeptablen Rahmen bewegen. Zwischen den Wahlen werden die Entscheidungen, die das eigene Leben - Investitionen und Desinvestitionen, Planung und Entwicklung, Polizeiarbeit und Inhaftierung, Krieg und Frieden - tatsächlich prägen, von Menschen getroffen, die man nicht gewählt hat und gegen die man sich nicht wirksam wehren kann. Das ist keine Selbstverwaltung, sondern gelenkte Zustimmung. Wahre politische Freiheit bedeutet im anarchokommunistischen Verständnis die direkte Teilhabe an den Entscheidungen, die einen betreffen - durch Volksversammlungen, Arbeiterräte, Bürgerinitiativen, föderale Strukturen gegenseitiger Rechenschaftspflicht und das gesamte Spektrum nicht-hierarchischer kollektiver Selbstverwaltung, die Anarchisten sowohl theoretisch als auch praktisch erprobt haben. Es ist nicht die Freiheit, alle paar Jahre zwischen vorgegebenen Optionen zu wählen, sondern die fortwährende Freiheit, das gemeinsame Leben mit anderen aktiv mitzugestalten.

Wichtig ist, dass es sich hier nicht einfach um eine Kritik an bestehenden Staaten handelt, sondern um eine positive Vision davon, wie sich menschliche Gemeinschaften selbst organisieren können. Kropotkins Schriften über gegenseitige Hilfe und die Kommune, Malatestas Schriften über Föderation und freie Übereinkunft, die Praxis der autonomen Selbstverwaltung der Zapatisten in Chiapas, die kommunistischen Experimente in Rojava - all dies sind Versuche, zu durchdenken und zu praktizieren, wie echte politische Freiheit aussehen könnte. Der Anarchist wendet sich nicht nur gegen den Staat, er setzt sich für etwas Umfassenderes, Partizipativeres, wahrhaft freieres ein.

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