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(de) France, Monde Libertaire - Ideen und Kämpfe: Mit welchem Recht? (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Tue, 26 May 2026 08:15:13 +0300


Der Verlag La Fabrique hat soeben zwei sich ergänzende Bücher über die Funktionsweise des Justizsystems veröffentlicht. Das erste trägt den Titel *Die Gerechtigkeit des Kapitals* und den Untertitel *Wenn multinationale Konzerne das Recht (un)machen*. Unsere Freunde vom Radioprogramm *Pas de Quartier* auf Radio Libertaire interviewten die Autorin Amina Hassani, eine Forscherin im Bereich des internationalen Wirtschaftsrechts. Worum geht es? Viele Unternehmen verklagen Staaten, weil diese ihre Gewinne durch Sozial- und Umweltgesetze schmälern. Wie? Ganz einfach: durch die Anrufung privater Investitionsschiedsgerichte, besser bekannt unter dem Akronym ISDS (Investor-State Dispute Settlement). Diese Gerechtigkeit des Kapitals hat ihren Ursprung in den schwindenden Kolonialreichen und diente der Sicherung der Ressourcenplünderung. Frankreich hat maßgeblich zur Etablierung und Entwicklung dieser Strukturen beigetragen. Und all dies weitet sich dank internationaler Abkommen und Freihandelsverträge weiter aus. Man wird feststellen, dass Freiheit nur noch aus der Perspektive des Geldes und multinationaler Konzerne betrachtet wird. Kleine Staaten, insbesondere solche, die aus ehemaligen Kolonien hervorgegangen sind, sind der erdrückenden Macht dieser Gerichte, in denen Fälle vertraulich verhandelt werden, völlig schutzlos ausgeliefert. Es besteht eine enge Verflechtung zwischen diesen Konzernen und den "Anwälten", um einen Begriff aus Amina Hassanis Buch aufzugreifen. In diesem prägnanten, aber dennoch hochpräzisen und mit zahlreichen Quellenangaben versehenen Werk erläutert und analysiert sie die Ursachen und Auswirkungen und hebt die Schwächung der Staaten sowie die Bedrohungen für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen hervor. Diese Gerichte untergraben jedes Projekt für ökologische Transformation und soziale Gerechtigkeit.

In ähnlicher Weise prangert Elsa Marcel in ihrem Buch "Rule of Law: Bourgeois Order" (Untertitel: "Reconnecting with Political Defense") das Recht und seinen Missbrauch an und greift ein illusorisches Konzept an: den Rechtsstaat. Laut Rechtslehre besteht das Ziel darin, grundlegende Bürgerrechte und die Normenhierarchie zu bewahren und jegliche Infragestellung etablierter Rechtsansprüche zu verhindern. In Wirklichkeit ist das Recht oft nur ein Spiegelbild des jeweiligen Standes des Klassenkampfes in einem bestimmten historischen Moment. Es ist fließend und zerbrechlich. Wir erleben es gerade; das Gebilde gerät ins Wanken, und wir beziehen uns häufig auf Arbeiten zu diesem Thema, sowohl in unserer Sendung "Au fil des pages" auf Radio Libertaire als auch in der Kolumne "Des idées et des luttes" auf der Website von Le Monde Libertaire. Schluss mit der Naivität! Elsa Marcels Status als Anwältin in Seine-Saint-Denis erlaubt es ihr, die Notwendigkeit der Selbstverteidigung vor Gericht und die damit verbundenen Schwierigkeiten hervorzuheben. Arbeitgeber haben sich radikalisiert, und Regierungen werden zunehmend repressiv, begleitet von Polizeigewalt. Für sie stellt sich im Alltag, wenn die soziale Ordnung und die Legitimität der Macht in Frage gestellt werden, die Justiz hinter das Regime, wodurch der Rechtsstaat massiv geschwächt und die Situation für die Opfer noch verschlimmert wird. Sie stellt dies gleich zu Beginn klar: "Ich habe dieses Buch als praktisches und politisches Handbuch für die Generation der Aktivisten konzipiert, die seit der Verhängung des Ausnahmezustands 2015 gegen die vielschichtigen neoliberalen Offensiven auf die Straße gegangen ist und sich einem zunehmend autoritären Staat entgegenstellt." Sie versteht es meisterhaft, anhand historischer Beispiele zu verdeutlichen, dass das, was wir erleben, kein rein Macron'sches Phänomen ist. Sie fordert eine Rückkehr zu der politischen Verteidigung, die einst von Anwälten für FLN-Kämpfer im Algerienkrieg, von den Organisatoren des Russell-Tribunals gegen die amerikanischen Verbrechen in Vietnam und von den Juristen der Bewegung für gerichtliche Aktion in den 1970er Jahren geleistet wurde. Die Dynamik dieser Kämpfe entfaltet sich, wie Elsa Marcels Buch zeigt, auch im Gerichtssaal.


* Amina Hassani
Die Gerechtigkeit des Kapitals

Wenn multinationale Konzerne das Recht (un)machen
La Fabrique, 2025

* Elsa Marcel
"Rechtsstaatlichkeit" - Bürgerliche Ordnung

Die Verbindung zur politischen Verteidigung
La Fabrique, 2026

https://monde-libertaire.net/?articlen=8934
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