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(de) Quebec: Eine Chronik (A20-A21) (en)

From I-AFD_2@anarch.free.de (FdA/IFA Hamburg)
Date Sat, 28 Apr 2001 08:28:06 -0400 (EDT)


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      A - I N F O S  N E W S  S E R V I C E
            http://www.ainfos.ca/
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## by graeme.bacque@3web.net
Fotos gibt es etwas spaeter heute unter:
> <http://graemesgallery.tripod.com/Quebec/A20-21.html>
Ich habe noch mehrere Filmrollen, die ich entwickeln muss.

(Ich entschuldige mich im voraus fuer irgendwelche Schreibfehler bei  
Strassennamen - ich war das erste Mal in Quebec und spreche kein  
franzoesisch.)
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Ich kam kurz vor Mitternacht am Donnerstag, den 19. April, mit einem  
halben Dutzend FreundInnen in Quebec an. Vorher hatten wir den ganzen Tag  
in Cornwall/Akwesasne zugebracht, von wo US-BuergerInnen, die an den  
Demonstrationen teilnehmen wollten, sicher ueber die Grenze kommen  
wollten.


Nach einigen Stunden rumlaufen in einer unbekannten Stadt und nachdem wir  
mehrere Leute gefragt hatten, wo wir hin mussten (darunter zwei  
Stadtpolizisten!), kamen wir schliesslich in unserem Quartier in der  
Lavale-Universitaet an. Stellt euch das nur vor - eine Sporthalle, die  
groesser ist als ein Footballfeld, von Wand zu Wand mit ueber 2000 Leuten  
belegt! Waehrend es zum Schlafen eher spartanisch war (Schlafsaecke am  
Boden), war es doch gut, Duschen, Essen und sogar eine Sauna fuer die  
Dauer unseres Aufenthalts zu haben.


[20. April]

Die DemonstrantInnen sammelten sich bis zum spaeten Morgen des Freitag auf  
den Strassen im Laval-Campus. Es ging ziemlich durcheinander, offenbar  
wegen andauernder ideologischer Konflikte unter den verschiedenen  
OrganisatorInnen wegen der anzuwendenden Strategie. Ich fand schliesslich  
heraus, dass zwei Gruppen losgehen sollten (die erste um 12 Uhr mittags zu  
einer "gruenen" Zone mit relativ geringem Risiko, eine zweite um 13 Uhr  
mit der Absicht, an den Sicherheitszaun zu gehen). Wie sich herausstellte,  
gingen die beiden Gruppen nur wenige Minuten nacheinander kurz nach 13 Uhr  
los. Meine FreundInnen und ich schlossen uns den tausenden von Leuten an,  
die planten, zum Boulevard Rene Levesque zur "gelben" Zone am Sicherheits- 
bereich zu gehen.

Es war weit zu laufen (fast 7 Meilen) und zwischendurch schien die Energie  
nachzulassen, aber als wir unserem Ziel naeherkamen, ging das Trommeln,  
die Parolen und Rufe nochmal los, bis die Luft wie elektrisch geladen war!  
Schliesslich um kurz nach 3 kam unser Ziel in Sicht - ein 4 m hoher  
Maschendrahtzaun in Zement, die nochmals ca 1 m Hoehe brachten. Genau  
hinter dem Zaun waren Metallbarrikaden und hinter denen - hunderte und  
aberhunderte von Riot-Polizei.

Zuerst wurden eine Plakate und Transparente aufgehaengt und einige  
ziemlich harmlos Gegenstaende - ein kleiner Plastikall, mehrere Rollen  
Klebeband, ein paar Plastikflaschen - segelten ueber den Zaun. Dann  
kletterte ein junger Mann auf den Zaun und hing gefaehrlich ganz oben und  
die Leute unten fingen an, den Zaun heftig zu schuetteln und riefen:  
"Reisst die Mauer ein!" Mit der Hilfe einige junger Leute mit  
Bolzenschneidern und des ersten Mannes, der sein Koerpergewicht einsetzte,  
um den Zaun runterzudruecken, hatte die Menge innerhalb weniger Minuten  
einen grossen Abschnitt des Sicherheitszauns umgerissen.

Nach kurzem Zoegern stroemten hunderte von DemonstrantInnen durch die  
Luecke im Zaun und ein Hagel von Gegenstaenden wurde auf die Polizeiketten  
geworfen. Die Bullen reagierten erst zurueckhaltend und feuerten nur ein  
paar Rauchgranaten und Blitzgranaten gegen die Menge. Dies waren nicht die  
letzten, eine Reihe scharfer Explosionen kuendigten die ersten von  
Hunderten von Traenengaskanistern an, die im Laufe des Tages noch auf uns  
abgeschossen werden sollten. Die dicken Wolken von giftigem Qualm zwangen  
die vordersten Reihen zu einem hustenden, traenenfliessenden Rueckzug,  
aber die Entschlossenheit dieser grossen Menge war schon sehenswert! Als  
einige Leute sich zurueckzogen, kamen Hunderte mehr nach vorne - immer und  
immer wieder!

Die Polizeu drueckte uns schliesslich wieder vor den Zaun, bildete dann  
eine feste Kette davor und die DemonstrantInnen sagen, tanzten, trommelten  
oder setzten sich auf die Strasse. Wir konnten sehen, dass mehr  
Polizeiketten zwischen den Gebaeuden an der suedlichen Seite der Rene  
Levesque herankamen. Gelegentliche Salven von Tranengaskanistern  
veranlassten kleinere Gruppen, sich hastig zurueckzuziehen. Der untere  
Teil des Zaunes und die in der Naehe geparkten Medienfahrzeuge erhielten  
nach und nach eine grosszuegige neue Lackierung von Graffiti auf  
franzoesisch, spanisch und englisch. Einmal kam ein grosser gelber  
Schulbus durch die Menge gefahren, vorneweg ein Polizeifahrzeug mit lauter  
Sirene.

Dann kuendigte Motorenlaerm von Richtung Westen die Ankunft von zwei  
grossen weissen Wasserwerfern an, die sofort anfingen, eiskalte  
Wasserstoesse mit hohem Druck auf die Menge loszulassen. Hunderte von  
Leuten schwaermten um die beiden grossen Fahrzeuge herum und innerhalb  
weniger Minuten wurden die Wasserwerfer zu einem Rueckzug mit Gesichts- 
verlust gezwungen, einer von ihnen mit eingeworfener Frontscheibe.

Vielleicht war das eine Ablenkung, denn da fingen die Bullen an, ein  
konzentriertes Sperrfeuer von Gas abzufeuern und Salve nach Salve flog bis  
zu zwei oder sogar drei Haeuserbloecke weit. Viele Leute fluechteten,  
einige suchten Zuflucht bei einem kleineren Wohnblock oder in  
Seitenstrassen. Ich rannte geradewegs einen steilen Huegel runter und  
wurde unten abrupt gestoppt, als ich in einen hohen Schneehaufen flog und  
der Laenge nach drinlag.

Die Leute formierten sich wieder und gingen in westlicher Richtung eine  
schmale Strasse entlang, bevor sie wieder zur Rene Levesque zurueckgingen,  
da sich das Gas verzogen hatte. Wir sahen, dass es den Bullen gelungen  
war, die grosse Menge mehrere Haeuserbloecke zurueckzudraengen und eine  
feste Kette quer ueber die Strasse gebildet hatten. Es war mittlerweile  
fast 20 Uhr und da die Energie nachzulassen schien, ging ich mit ein paar  
FreundInnen zurueck in unser Quartier.

In der Sporthalle gab es Fernsehuebertragungen auf einer grossen Leinwand  
und die Uebertragungen der Strassenkaempfe ging bis spaet in die Nacht  
weiter - anscheinend war die Rene Levesque nicht der einzige heisse Punkt  
an der Sicherheitszone in dieser Nacht! Es hatte bis da nur wenige  
Festnahmen gegeben, obwohl mehrere Leute (darunter ein  
Parlamentsabgeordneter der New Democrats namens Svend Robinson) durch  
Gaskanister oder Gummigeschosse verletzt worden waren. Es verbreitete sich  
die Nachricht, dass der Organisator Jaggi Singh buchstaeblich aus der  
"gruenen" Zone von drei grossen Maennern mit Kapuzensweatshirts, Schals  
und Gasmasken gekidnapt worden war, die sich als Undercoverbullen  
erwiesen!


[April 21]

Viele in der Laval-Uni untergebrachten Leute waren gegangen, um an der  
grossen Gewerkschaft teilzunehmen, die sich an diesem Mittag auf der Cote  
d'Abraham sammelte. Meine FreundInnen und ich fuhren zur Rene Levesque zum  
Zaun runter und wir hielten mehrere Haueserbloecke entfernt an. Wir  
parkten in sicherer Entfernung an der Ecke Fraser und Moncton Street, wir  
gingen vorsichting auf die Sicherheitszone zu, da wir nicht wussten, was  
uns dort erwartete. Es stellte sich heraus, dass eine ansehnliche Menge  
sich bereits am Zaun gesammelt hatte, die weiter anwuchs. Der Gasgestank  
hing bereits in der Luft.

Waehrend der naechsten Stunden entwickelte sich ein bizarres Ritual. Die  
Menge naeherte sich langsam dem Zaun. Als sie naeher kamen, schlugen  
Salven von kaltem Wasser aus zwei Wasserwerfern (diesmal hinter dem  
teilweise reparierten Zaun) Breschen in die Menge. Die Leute gingen  
nochmals vorwaerts. Ein paar Steine flogen auf die Polizei. Dann kam Gas.  
Ein einsamer Dudelsackspieler in voller Montur (sogar mit Gasmaske) ging  
immer wieder auf den Zaun zu, andere Maenner tanzten zu seinem Spiel. Eine  
Salve Wasser und mehrere Gummigeschosse veranlassten die Leute bald zum  
Rueckzug. Dann marschierten mehrere Mitglieder der kanadischen Auto- 
Gewerkschaft mit Fahnen in Richtung Zaun und hielten stand, als sie in  
einem Schauer von Wasser fast verschwanden, die Sonne schien auf das  
Wasser und bald hing ein Regenbogen in der Luft. Die Bullen rueckten dann  
wieder vor, draengten die Menge ein paar Haeuserbloecke westlich zurueck.  
Hunderte von Leuten setzten sich dann auf die Strasse. Die Bullen zogen  
sich wieder zurueck.

Gegen 16 Uhr fuehrten die Bullen ihren bis dato heftigsten Angriff, sie  
feuerten zig Salven von Gas in die Menge. Die Leute waren gezwungen, sich  
zwischen Wohnbloecken (mit hauptsaechlich alten BewohnerInnen) und engen,  
huegeligen Strassen im ArbeiterInnenviertel St.Jean-Baptiste zurueckzu- 
ziehen. Vorher war der Platz zwischen diesen Bloecken eine Art Zuflucht  
gewesen, die eine kleine Sicherheitszone boten, in der sich die Leute vom  
Gas erholen konnten. Diesmal zwangen uns die Bullen zwischen die Haeuser -  
und feuerten uns dann Gas hinterher! Die Leute taumelten weiter richtig  
Norden zwischen hohen Haeusern, duckten sich in Hauseingaenge und schmale  
Strassen. Ich rannte nordoestlich, rutschte oben auf einer matschigen  
Strasse aus und ab gings den ganzen Huegel auf dem Arsch runter und meine  
Augen brannten. (Am Samstag war es viel waermer als am Freitag, es gab  
kaum Wind und es wurde auch vermutet, dass die Bullen an diesem Tag ein  
staerker wirkendes Gas einsetzten.) Die Luft in einem grossen Teil der  
Innenstadt von Quebec wurde schnell nicht mehr atembar, weil sie der Qualm  
nicht aufloeste. Die Wohnungen vieler Leute wurden zweifellos auch davon  
betroffen.

Ich traf nun ein paar FreundInnen aus New York und wir setzten uns  
zusammen in einen kleinen Park, um auszuruhen. Hunderte und Aberhunderte  
von Leuten bewegten sich in den engen Strassen hin und her. Die  
Unterstuetzung von den AnwohnerInnen selbst war sehr gross - AnwohnerInnen  
boten den AktivistInnen Essen und Wasser an, wir konnten ihre Badezimmer  
benutzen oder sie boten uns einen Platz zum Ausruhen an. Aus zahlreichen  
Stereoanlagen droehnte Musik (an diesem Wochenede war "The Wall" von Pink  
Floyd besonders populaer!) und viele AnwohnerInnen schlossen sich den  
Aktionen an.

Die umgehenden Geruechte waren zu dieser Zeit unglaublich - dass der  
Gipfel kurz vor dem Ende sei, weil sie mit ihrem eigenen Traenengas ihre  
Hotels verseucht haetten; und dass die Armee gerufen worden sei, um die  
Bullen zu verstaerken. Keine dieses wilden Geruechte wurde bestaetigt.

In der naechsten Zeit ging ich mit meinen FreundInnen durch ein paar der  
Seitenstrassen. Wir entdeckten, dass ein dritter Wasserwerfer  
herangefahren worden war und nun einen unaufhoerlichen Wasserregen vom  
Zaun in eine enge Strasse schickte, womit zweifellos viele der Keller dort  
unter Wasser gesetzt wurden. Wir fanden uns schliesslich in einer kleinen  
Sackgasse wieder - und paranoid, wie ich mittlerweile war, schien mir das  
ein sehr unguenstiger Ort. Mehrere Gaskanister landeten zwischen uns und  
bestaetigten meine Vermutung rasch.

Wir zogen uns in noerdliche Richtung zurueck und fanden uns schliesslich  
bei einer grossen Gruppe wieder, die grob in nordoestlicher Richtung  
liefen. Ploetzlich rief jemand eine Warnung und aus einer der groesseren  
Strassen kam ein dichter Block von mehreren Dutzend Bullen im Dauerlauf  
vor! Alle flohen zwei steile Treppen an der Seite eines Abhangs hinunter.

Als es dunkel wurde, kamen wir unter einer Autobahnkreuzung nahe an einem  
steilen Abhang an, die sich zur Szene des surrealsten und bemerkenswerten  
Spektakels entwickeln sollte, das ich je gesehen habe. Es war, als ob sich  
Streikraefte fuer eine merkwuerdige mittelalterliche Schlacht sammelten.  
Mindestens 3000 Leute hatten sich dort versammelt und viele von ihnen  
trommelten laut auf allen herum, was sie finden konnten - Trommeln, Eimer,  
Muelleimer, sogar die Autobahnleitplanken! Wir sahen erstaunt zu wie ein  
einzelner Mann hochkletterte und fast runterfiel, als ein paar Leute oben  
ihn noch hochziehen konnten, waehrend wir Beifall riefen. Hunderte weitere  
Leute tanzten wild zum ansteckenden Rhythmus. Lagerfeuer loderten. Eine  
grosse Feldkueche war aufgebaut worden und die hart arbeitenden Leute von  
Food Not Bombs kochten fuer Tausende von mueden AktivistInnen. Hoch oben  
verschwand der obere Teil des Abhangs manchmal hinter einem Schleier von  
giftigem Gas und ein paar Schuesse kamen in unserer Mitte wie ein kleiner  
Meteorit runter. Bullenketten und Gruppen von DemonstrantInnen wogten auf  
den Autobahnauffahrten ueber unseren Koepfen hin und her.

Ich verbrachte mehrere Stunden dort unten, bis ungefaehr um 21.30 Uhr oder  
so. Eine Gruppe von uns versuchten zwischendurch, die Treppe hochzukommen  
und entdeckten, dass oben die Polizei auf uns wartete. Wir zogen uns nach  
unten zurueck.

Bis jetzt war ich ganz schoen fertig, nach zwei Tagen Gasatmen und dem  
ganzen Rumgerenne (ich will ja auch gar nicht verschweigen, das ich im  
mittleren Alter bin und Bauch habe). Einer sagte mir einen sicheren Weg,  
wo ich einen Stadtbus kriegen konnten, mit dem ich zurueck zur Laval-Uni  
kommen konnte.

Jetzt kamen rasch viele Berichte ueber Polizeibrutalitaet an. Wir hoerten  
von einer grossen Gruppe, die oben in eine Falle gelaufen und gezwungen  
war, einen 50 m hohen Abhang runterzuklettern oder 5 m auf eine Auffahrt  
runterzuspringen, um nicht begast und niedergeknueppelt zu werden. Es  
wurden jetzt viele Festnahmen berichtet, und die meisten Leute wurden in  
den "gruenen" Gebieten oder von umherziehenden Greiftrupps abgegriffen,  
als sie eine Strasse langgingen - oder in einigen Faellen auch mit dem  
Fahrrad unterwegs waren! Eine von DemonstrantInnen eingerichtete Klinik  
fuer die Strassensanis war mit Gas angegriffen wirden und das CMAQ-Haus  
(unabhaengige Medien) war umstellt worden und mit Gummigeschossen  
beschossen worden, wobei eine Person eine Beinverletzung erlitten hatte.  
Schliesslich waren 450 Personen festgenommen worden und wurden zum Teil  
fuer mehrere Tage festgehalten.

Im Gefaengnis berichteten Leute, dass sie fuer viele Stunden in  
Handschellen in Bussen festgehalten wurden und kein Wasser bekamen und  
keinen Zugang zu Toiletten hatten. Es wurden oeffentlich Durchsuchungen  
vorgenommen, fuer die die Leute sich ausziehen mussten und es gab eine  
"Entseuchungsprozedur", bei der die Leute zwangsweise mit kaltem Wasser  
aus einem Schlauch abgespritzt wurden. Es gab viele Verletzungen durch  
Gaskanister, die horizontal in die Menge geschossen wurden und durch  
Gummigeschosse, darunter mindestens ein Mann, der aufgrund der erlittenen  
Verletzungen in kritischem Zustand ist. Ich habe persoenlich einem Mann  
geholfen, dessen Arm durch einen Gaskanister gebrochen war, der aus  
naechster Naehe (Armlaenge) auf ihn abgeschossen wurde und ein Freund von  
mir wurde von einem Kanister am Hals getroffen, der ihm dann ins Gesicht  
explodierte. Unglaublicherweise wurde er dabei nur leicht verletzt.

Die Anzahl der Leute am Wochenende war absolut phaenomenal, und  
schaetzungsweise 10-20.000 Leute nahmen in den zwei Tagen an den  
verschiedenen direkten Aktionen um die Sicherheitszone teil, und bis zu  
60.000 weitere nahmen am Samstag nachmittag an der Demonstration teil. Auf  
der anderen Seite gab es Sicherheitskraefte von mindestens 6.000 Beamten  
der RCMP, der Surete du Quebec und der Montrealer Polizei, neben anderen.  
(Die wenigen Beamten der Quebecer Stadtpolizei waren groesstenteils nicht  
relevant.) Mit geschaetzten Kosten in Hoehe von USDollar 100 Millionen war  
dies die groesste Polizeioperation in der Geschichte dieses Landes!

Die Mainstreammedien, Politiker und die buergerlichen "DemonstrantInnen"  
haben viele scheinheilige Erklaerungen losgelassen ueber die angeblich  
gewalttaetigen Strategien, die von den Leuten um die Sicherheitszone  
angewendet wurden. Wie ueblich liessendie Autoren dieser Erklaerungen die  
inherente Gewalt im Bau des Zaunes um diese 34 "Staatsfuehrer" mit der  
ausdruecklichen Absicht, alle anderen draussen zu halten, oder der  
Tausenden von Sturmtruppen, die den Zaun bewachten. Sie liessen die Gewalt  
eines Systems unerwaehnt, das fortwaehrend eine breit angelegte Repression  
und Genozid gegen die indigene Bevoelkerung der amerikanischen Kontinente  
veruebt, oder die wachsende Armut und Obdachlosigkeit zulaesst, die sogar  
in den reichsten Mitgliedstaaten Wurzeln gefasst hat.

Der Widerstand an der Sicherheitszone war weit entfernt davon,  
"gewalttaetig" zu sein, sondern war im Gegenteil eine maechtige und  
vereinende Erfahrung, die wahrscheinlich zu einer Radikalisierung vieler  
TeilnehmerInnen fuehren wird. Viele Leute haben hier in diesen Wochen vor  
den Aktionen wichtige organisatorische Faehigkeiten gelernt.

In diesem zwei Tagen in Quebec entstanden viele Impulse. Es ist jetzt sehr  
wichtig, dass die TeilnehmerInnen diese Impulse in die Arbeit in ihren  
Gemeinden uebertragen. Die Folgen der Globalisierung werden in unseren  
Hinterhoefen genauso wie in benachbarten Laendern zu spueren sein - und in  
unseren Hinterhoefen muessen wir jetzt die wichtigste Organisationsarbeit  
erledigen.

Graeme Bacque
April 26, 2001
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Uebersetzung: FdA Hamburg


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