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(de) France, Monde Libertaire - IDEEN UND KÄMPFE: Die Unterdrückung der Straßen (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Tue, 25 Aug 2026 07:39:56 +0300


Was wäre, wenn die öffentliche Sicherheit als Vorwand für Zensur missbraucht würde, um die Meinungsfreiheit der Bürger dieses Landes einzuschränken? Wir wissen bereits, dass dies in Diktaturen wie Russland und sogar in den Vereinigten Staaten geschieht, aber im vermeintlich "Land der Menschenrechte", Frankreich, ist man schockiert. Wenn die Sozialistische Partei jedoch den für die Unterdrückung von Demonstrationen berüchtigten Polizeipräfekten in ihre Denkfabrik einlädt, ist alles möglich! Und erbärmlich. 2023 veröffentlichten Théo Boulakia und Nicolas Mariot *L'attestation, Une expérience d'obéissance de masse* (Die Beglaubigung: Ein Experiment in Massengehorsam), Frühjahr 2020, Anamosa, 2023. Sie stellten fest, dass die Überwachungsinstrumente immer ausgefeilter werden. Sebastian Roché und François Rabaté zeichneten in *La police contre la rue* (Die Polizei gegen die Straße), Grasset, 2023, ein erschreckendes Bild der Repression und des Missbrauchs von "Polizeigewalt". Diese Werke wurden in der Kolumne "Ideen und Kämpfe" auf der Website von Le Monde Libertaire veröffentlicht.

Lucas Lévy-Lajeunesse unterstreicht dies im Namen der Liga für Menschenrechte in *Silencing the Streets: The Case of the Ban on Demonstrations in Support of the Palestinian Cause*, erschienen bei Éditions du Bord de l'eau. Das Buch ist gehaltvoll, reich an relevanten Informationen und juristischen Argumenten und ein wertvolles Werkzeug für Aktivisten, die die Meinungsfreiheit (Artikel 10 und 11 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789) verteidigen wollen.

Ist Aktivismus möglich? Kann man gewinnen?

Man bedenke, dass die Zahl der Dekrete, die Demonstrationen verbieten, von 6 im Jahr 2016 auf 370 im Jahr 2022 gestiegen ist (Quelle: Bericht des Rechnungshofs, *Mobile Kräfte*, 2024). Und wenn Demonstrationen genehmigt werden, wird der Leser Zeuge der Brutalität der Repression.

Dabei etabliert die Verwaltungsrechtsprechung, also die Urteile der Gerichte, den Grundsatz der Freiheit, und Verbote sollten nur die Ausnahme sein. Sie betont auch, dass die Verwaltungsbehörden Maßnahmen ergreifen müssen, um die Meinungsfreiheit zu gewährleisten. Dies gilt seit den wegweisenden Urteilen des Staatsrats in den 1920er und 30er Jahren. Seit einigen Jahren begnügen sich Präfekten jedoch damit, Verbote auf der Grundlage von fadenscheinigen, ebenso allgemeinen wie ineffektiven Erwägungen zu erlassen. Wenn der Verwaltungsrichter angerufen wird, hebt er diese Anordnungen zwar oft auf, doch der Schaden ist angerichtet; die Demonstration konnte nicht rechtmäßig stattfinden.

Von der öffentlichen Ordnung zur moralischen Ordnung?

Lucas Lévy-Lajeunesse nutzt die palästinensische Frage als Fallbeispiel, um Aktivisten, die Rechte und Freiheiten verteidigen wollen, zu stärken. "Die gegenwärtige Dynamik des Faschismus kann, wenn sie als solche erkannt wird, bekämpft und besiegt werden, bevor der Kipppunkt erreicht ist. Solange Aktivismus noch möglich ist, ist auch der Sieg noch möglich." Dies ist zweifellos der überzeugendste Aspekt des Buches: die Aufdeckung der Gefährdung der Freiheiten. Wenn sich die Machthaber auf vage Argumente wie die schwer fassbare öffentliche Ordnung stützen, ist die moralische Ordnung nicht weit entfernt. Dekrete werden auf der Grundlage der Meinungen ihrer Verfasser erlassen, und man kann auch ihre Missachtung von Richtern und dem Menschenrechtsbeauftragten feststellen. Diese Aussagen, die Sie im Buch finden, stammen mitunter aus Parlamentsdebatten. Wir bewegen uns von einem System der Deklaration zu einem System der Autorisierung von Meinungsäußerungen. Dies stellt einen Rückschritt im Verwaltungsrecht dar. Das Berufungsrecht ist weitgehend wirkungslos, da die Entscheidung, eine Demonstration zu verbieten, zwei Stunden vor deren Beginn getroffen werden kann, sodass es zu spät ist, eine einstweilige Verfügung zu beantragen. Jeder weiß das, und die Machthaber nutzen es ungestraft aus. Die Flexibilität des Begriffs der öffentlichen Ordnung erlaubt es der Verwaltung, ihren Aufgabenbereich schrittweise zu erweitern und den Schutz der Bürgerrechte zugunsten polizeilicher Maßnahmen aufzugeben. Selbst aus politischen Gründen.

Die Bürgerrechte sind zunehmend bedroht - von unmerklich bis spürbar. Die 1898 gegründete Liga für Menschenrechte gewinnt wieder an Bedeutung, und der Autor dieses Buches belegt anhand einer Reihe von Dekreten und Gerichtsentscheidungen mit Ernsthaftigkeit und Präzision die dringende Notwendigkeit eines Eingreifens.

* Lucas Lévy-Lajeunesse (Die Stille der Straßen)
Hrsg. Le Bord de l'eau, 2026

https://monde-libertaire.net/?articlen=9106
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