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(de) France, UCL AL #369 - Kultur - Siehe: Mendonça Filho, "Der Geheimagent" (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Thu, 30 Apr 2026 07:24:48 +0300


Kleber Mendonça Filhos neuer Film "Der Geheimagent" lief vor Kurzem in den Kinos an. Das filmische Meisterwerk brachte dem brasilianischen Regisseur, einem Stammgast der Filmfestspiele von Cannes, den Preis für die Beste Regie und Wagner Moura den Preis für den Besten Schauspieler ein. Der Film hätte die Goldene Palme redlich verdient gehabt, doch die Anwesenheit des großen Jafar Panahi auf dem roten Teppich in Cannes im selben Jahr verhinderte den Sieg.

Der Film entführt uns in die "Bleiernen Jahre" Brasiliens und begleitet einen Agenten, der inmitten der ausgelassenen Karnevalsstimmung im Nordosten Zuflucht sucht. Von den ersten Szenen an wird die fröhliche Atmosphäre der Feierlichkeiten vom bedrückenden soziopolitischen Kontext der Diktatur überschattet. Nach und nach gleitet der Film in einen Albtraum ab, in dem verschiedene Filmgenres ineinanderfließen: Thriller, Fantasy, Drama und Komödie.

Der Geheimagent erscheint als Sondergesandter unserer Gegenwart, eingeschleust in eine diktatorische Vergangenheit, die ein ganzes Land bis heute heimsucht. Seine Mission: uns in aller Deutlichkeit zu zeigen, wie in Zeiten der Diktatur skrupelloses Kapital die Oberhand über Staat und Recht gewinnt; wie der Polizeiapparat zum Komplizen und Untertan des Kapitals wird; und wie Klassen-, Geschlechter- und Rassendiskriminierung eklatant miteinander verwoben sind.

Unser Agent findet Zuflucht im Nordosten, auf einer Insel der Solidarität und gegenseitigen Hilfe, verborgen vor den Augen von Polizei und Söldnern. Mendonça erinnert uns so daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten Hoffnung brennt und Menschlichkeit, Unterstützung und Güte ausstrahlt. In diesem Zufluchtsort sichert sich der Agent dank seines Netzwerks eine Stelle im Polizeiarchiv, während er auf sein Schicksal wartet ...

"Der Geheimagent" ist zweifellos Mendonças gelungenster Film. Er erkundet sein wiederkehrendes Thema von Archiven und Erinnerung, das bereits in seinen Kurzfilmen, insbesondere in "Vinil Verde", präsent ist. Dieses Interesse an Erinnerung mündet in eine immersive Rekonstruktion des Brasiliens der 1970er-Jahre - durch leuchtende Farben, Autos, Kostüme und Architektur, ein Motiv, das auch in seinem Film "Aquarius" eine zentrale Rolle spielt.

Mendonça gestaltet diesen Film zu einem authentischen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Studentin, die im Archiv arbeitet, ermöglicht diesen Dialog und führt uns durch die Rekonstruktion der Geschichte. Sie zeigt uns, dass die Bewahrung der Erinnerung durch die Auseinandersetzung mit den dunkelsten Kapiteln das Gegenmittel ist, das uns vor der Wiederholung dieser Zeiten schützt und uns von den "Haien" befreit, die uns heimsuchen, wenn wir nur das Poster von "Der weiße Hai" betrachten, ohne uns jemals zu trauen, den Film anzusehen.

Mendonça regt uns damit zum Nachdenken über grundlegende Fragen an und liefert uns überzeugende Antworten: Was müssen wir tun, um unsere verdrängten kollektiven Albträume zu verbannen, die jederzeit wieder auftauchen können? Wie können wir sicher sein, unsere Vergangenheit wirklich zu kennen? Müssen wir die nötige Reife erlangen, um "Der weiße Hai" endlich sehen zu können?

Ein großartiger Film, weit entfernt von bloßer "geistloser Unterhaltung", der es verdient, gesehen und diskutiert zu werden.

Hayha (UCL Montreuil)

Kleber Mendonça Filho, Der Geheimagent, 2025, 2 Stunden 40 Minuten

https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Voir-Mendonca-Filho-L-Agent-secret
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