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(de) Italy, FAI, Umanita Nova #6-26 - Olympische Spiele in Uniform. Wenn Sport zum Rädchen im Getriebe des Staates wird (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Tue, 3 Mar 2026 07:56:17 +0200
Man sagt, die Olympischen Spiele seien ein Fest des Volkes. Man spricht
von Brüderlichkeit, Frieden, Verdienst und individuellem Opfer. Doch
hinter wehenden Fahnen und Nationalhymnen sieht die Realität anders aus:
Der Spitzensport ist zunehmend ein Sektor, der in den Staats- und
Militärapparat integriert ist. Keine freie und volksnahe Sphäre, sondern
ein Instrument der Propaganda, Rekrutierung und Disziplinierung. In
Italien ist dieses Phänomen allgegenwärtig, auch wenn es selten
hinterfragt wird. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris waren über
70 % der italienischen Athleten - mehr als 280 von 403 - in
militärischen oder polizeilichen Sportgruppen registriert. Armee,
Carabinieri, Guardia di Finanza, Staatspolizei: Medaillen werden in
Uniform gezählt. Dies ist keine administrative Angelegenheit. Es ist
eine politische Tatsache.
Der Athlet als Staatsbeamter
Italien beschäftigt rund 2.500 Athleten, Trainer und Manager in seinen
Streitkräften und der Polizei. In vielen Fällen ist der Dienst keine
ideologische Entscheidung, sondern eine materielle Notwendigkeit: Ohne
die "Uniform" gibt es kein Gehalt, keine kontinuierliche Ausbildung und
keine Sozialversicherung. Die Botschaft ist klar: Wer auf hohem Niveau
mithalten will, muss sich den Reihen anschließen.
Sport ist somit kein autonomer Bereich mehr, sondern ein Teil des
Staatsapparats. Der Athlet wird zum Staatsbediensteten, eingebunden in
hierarchische Strukturen, der militärischen Disziplin unterworfen und in
ein System eingefügt, dessen oberstes Ziel nicht die kollektive
Emanzipation, sondern nationales Prestige ist.
Dieser Wandel ist nicht neu. Während des Kalten Krieges entwickelten die
Regime des Ostblocks das Modell des "Staatsathleten" als Instrument
geopolitischer Machtkämpfe. Doch heute, inmitten des fortgeschrittenen
Kapitalismus, erleben wir eine paradoxe Konvergenz: Formal
gegensätzliche Modelle vereinen sich in derselben Logik der Kontrolle
und Verstaatlichung des Sports. Russland, China, Deutschland und viele
andere Länder unterhalten Sportstrukturen, die eng mit den Streitkräften
verknüpft sind. Italien bildet keine Ausnahme: Es ist eines der am
stärksten strukturierten Beispiele in Westeuropa.
Nationalismus, Disziplin, Propaganda
Das Problem ist nicht die öffentliche Unterstützung für den Sport an
sich. Das Problem ist die Art dieser Unterstützung und die
zugrundeliegende Logik.
Wenn Sport in Militär und Polizei verankert ist, verwebt er sich
unweigerlich mit der Kultur des Gehorsams, der Hierarchie und des
Nationalismus. Medaillen werden zu Instrumenten der Soft Power. Athleten
werden zu Symbolen, die bei institutionellen Paraden präsentiert werden.
Die Rhetorik des sportlichen Opfers überschneidet sich mit der des
militärischen.
In einem Kontext, in dem die Verteidigungsausgaben weltweit steigen und
das Wettrüsten erneut politische Priorität erlangt hat, gewinnt die
Vereinnahmung des Sports durch das Militär eine noch beunruhigendere
Bedeutung. Dieselben Organisationen, die Ausbildung und Rüstung
verwalten, finanzieren auch Fitnessstudios und Leichtathletikanlagen.
Die Grenzen verschwimmen. Es ist kein Zufall, dass viele Disziplinen,
die traditionell vom Militär gefördert werden, ein bestimmtes Bild von
Männlichkeit und nationaler Stärke verkörpern: Schießen, Fechten,
Leichtathletik, Wintersport. Derweil fristen Breitensport, Sport in den
Vororten, in Volkssportvereinen und in selbstverwalteten Verbänden ein
Dasein mit unzureichender Finanzierung und chronischer Unsicherheit.
Eine falsche Alternative: Wehrdienst leisten oder aufgeben
Dieser Mechanismus führt zu einer tiefgreifenden Verzerrung. Wer nicht
dem Militärsport beitritt, bleibt marginalisiert. Private Sponsoren sind
rar gesät und konzentrieren sich auf die medienwirksamen Sportarten.
Verbände garantieren keine ausreichende Unterstützung. So wird der
Wehrdienst beinahe zur Pflicht. Es handelt sich um eine Form der
strukturellen Vereinnahmung: Der Staat vereinnahmt Talente, indem er
ihnen im Gegenzug für die Mitgliedschaft wirtschaftliche Sicherheit
bietet. Expliziter Zwang ist nicht nötig; weitverbreitete Unsicherheit
genügt. Das Ergebnis ist eine doppelte Ungleichheit: einerseits zwischen
Sportlern "in Uniform" und zivilen Sportlern, andererseits zwischen
staatlich geförderten und vernachlässigten Sportarten. Sportliche
Leistungen werden durch ein institutionelles Zugangssystem gefiltert. In
diesem Kontext verliert der Olympismus jeden Anschein von Neutralität.
Flaggen repräsentieren nicht Völker, sondern Staaten. Hymnen feiern
nicht Gemeinschaften, sondern Machtapparate.
Die Rückgewinnung eines sozialen und selbstverwalteten Sports
Wenn Sport wirklich ein Raum der Emanzipation sein soll, muss er von
militärischer und nationalistischer Logik befreit werden. Es geht nicht
um Privatisierung, sondern um Vergesellschaftung.
Öffentliche Mittel, die derzeit in die Streitkräfte fließen, könnten
direkt Folgendes finanzieren: unabhängige Amateursportvereine mit
Stipendien und Gehältern für Athleten ohne Wehrpflicht;
selbstverwaltete, kostenlose oder kostengünstige Sportanlagen in den
Wohngebieten; inklusive lokale Programme, die die breite Teilnahme über
olympische Vorzeigeprojekte stellen; Kooperationsnetzwerke zwischen
Sportvereinen, frei von militärischen Hierarchien und Polizeikontrollen.
Gleichzeitig muss eine grundlegende Debatte über das Modell
internationaler Wettkämpfe angestoßen werden. Warum den Sport weiterhin
um konkurrierende Nationalstaaten organisieren? Warum nicht
transnationale Verbände, territoriale Vertretungen und gemischte Teams
in Betracht ziehen?
Ein befreiter Sport ist kein unorganisierter Sport. Er ist ein Sport,
der von der Logik des Befehlswesens befreit ist.
Gegen die Olympischen Spiele in Uniform
Es geht nicht um den guten Willen einzelner Athleten, die oft keine
wirklichen Alternativen haben. Es geht um die Struktur, die sie umgibt.
Solange der Weg zur sportlichen Elite über den Wehrdienst führt, bleibt
der Sport ein Rädchen im Staatsapparat. Solange Medaillen als nationale
Trophäen gelten, bleibt der Olymp ein Wettstreit zwischen Mächten, nicht
zwischen Menschen. Sport wieder in die Gesellschaft zu integrieren
bedeutet, ihn zu entwaffnen. Es bedeutet, ihn von Kasernen,
Polizeistationen und der Logik geopolitischen Prestiges zu lösen. Es
bedeutet, ihn zurück in die Nachbarschaften, Schulen und Turnhallen zu
bringen.
Sport kann Kooperation, gegenseitige Unterstützung und
gemeinschaftliches Wachstum bedeuten. Aber nur, wenn er aufhört, im
Gleichschritt zu marschieren.
Parpajon
https://umanitanova.org/olimpiadi-in-divisa-quando-lo-sport-diventa-un-ingranaggio-dello-stato/
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(en) Italy, FAI, Umanita Nova #6-26 - Olympics in Uniform. When Sport Becomes a Cog in the State's Wheel (ca, de, it, pt, tr)[machine translation]
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(en) Poland, FA: Dubai and the Future of Capitalism (ca, de, it, pt, tr)[machine translation]
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