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(de) Italy, FAI, Umanita Nova #31-25 - Endlose Arbeit. Überstunden, Nacht- und Feiertagsarbeit (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Mon, 15 Dec 2025 07:38:36 +0200


Steuerbefreiung für Überstunden und Feiertagsarbeit: Das neue Gesicht der freiwilligen Knechtschaft - Das Haushaltsgesetz der Regierung Meloni feiert endlose Arbeit: Wer Zeit, Ruhe und soziales Leben opfert, wird mit ein paar Euro extra belohnt. Diese zusätzliche Vergütung wird zum Instrument moralischer und finanzieller Erpressung. - In ihrem Haushaltsentwurf verkündet die Regierung Meloni triumphierend die Steuerbefreiung für Überstunden, Nacht- und Feiertagsarbeit. Eine Maßnahme, die auf den ersten Blick den Arbeitnehmern zugutekommen mag: Niedrigere Steuern bedeuten mehr Geld auf dem Gehaltszettel. Doch hinter dieser scheinbaren Großzügigkeit verbirgt sich eine präzise und beunruhigende Botschaft: Arbeite mehr, opfere deine Zeit, und vielleicht kannst du dir ein etwas besseres Leben leisten.

Das Gefühl der Unterdrückung ist vollkommen. Nach Jahren der Rhetorik über "Verdienst" und "Produktivität" propagiert der Staat Arbeit erneut als moralische Tugend, als patriotische Pflicht. Wer sich bereit erklärt, nachts, an Feiertagen oder länger als acht Stunden zu arbeiten, wird zum Vorbild für die Gesellschaft stilisiert. Es ist eine weitere Form der Disziplinierung, getarnt als Steueranreiz.

Der Staat belohnt freiwillige Unterwerfung, und der Kapitalismus dankt es: mehr Arbeitsstunden zu geringeren Kosten, ohne dass neue Mitarbeiter eingestellt werden müssen.

Damit wird der Sinn sozialer Errungenschaften völlig auf den Kopf gestellt. Kürzere Arbeitszeiten, wöchentliche Ruhezeit, das Recht auf ein Leben jenseits von Fabrik und Büro waren das Ergebnis jahrzehntelangen Kampfes. Nun werden sie wieder zu ökonomischen Variablen degradiert, die monetarisiert werden.
Es geht nicht mehr darum, Zeit freizuschaufeln, sondern darum, Zeit zu verkaufen, als wäre das Leben ein Reservoir, das zum Profit anderer geleert werden kann. Der Sonntag, einst Symbol kollektiver Freiheit, wird zur individuellen Gewinnmöglichkeit.

Das Argument ist immer dasselbe: "Wer härter arbeitet, sollte belohnt werden." Doch in Wirklichkeit ist die Belohnung ein Steuergeschenk, das weder die prekäre Lage noch die strukturelle Ungleichheit beseitigt. Wer härter arbeitet, wird nicht frei, sondern nur müder.

Und während die Regierung im Gesundheitswesen, im Bildungswesen und im Sozialwesen kürzt, präsentiert sie sich als Wohltäter derer, die bereit sind, auf Ruhe zu verzichten und Not in Verdienst umzuwandeln.

Das ist nichts Neues. Von der Konzernpropaganda des Faschismus über den "Arbeitsplan" bis hin zu den neoliberalen Reformen der letzten Jahrzehnte wurde jede Krise des italienischen Kapitalismus auf dieselbe Weise angegangen: mit dem Appell an die "Pflicht, mehr zu arbeiten".
Heute wiederholt Meloni, in modernisierter Form, dieselbe Ideologie. Die Vorstellung, dass Freiheit darin besteht, ewig arbeiten zu können, dass Glück eine Steuerermäßigung ist, dass Würde von der Anzahl der Arbeitsstunden abhängt.

Doch die anarchistische Perspektive kehrt dieses Paradigma um.

Wir fordern nicht mehr Lohn für Arbeit über unsere Grenzen hinaus: Wir fordern weniger Arbeit, um mehr zu leben.

Freiheit entsteht nicht durch Opfer, sondern durch gewonnene Zeit. Arbeit ist kein Schicksal, sondern ein Mittel zum Zweck. Und wenn es zum Zweck wird, wird es zur Herrschaft.

Deshalb ist jede Steuererleichterung für Opferbereitschaft eine Steuer auf die Freiheit.

In einem Land, in dem Menschen an der Arbeit sterben und von Überstunden leben, ist das Versprechen von "ein paar Euro mehr, wenn Sie Ihren Sonntag opfern" ein Hohn. Es ist der Gesellschaftspakt des neuen Jahrtausends: Der Staat lässt Sie atmen, solange Sie produzieren.

Freiheit beginnt jedoch genau dann, wenn wir aufhören, jener alten Ordnung zu gehorchen, die Fleiß mit Tugend und Unterwerfung mit Verdienst verwechselt.

Antonio Caggese

https://umanitanova.org/il-lavoro-infinito-straordinari-notturni-e-festivi/
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