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(de) France, Monde Libertaire - Seiten der Geschichte Nr. 98 (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Sun, 16 Nov 2025 07:35:34 +0200


Propaganda durch Fotomontage... ---- Die neue Ausstellung in La Contemporaine, der dazugehörige Katalog und die gemeinsame Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zur Propaganda durch Fotomontage bieten einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen in der Kunst der Massenkommunikation zwischen den beiden Weltkriegen. ---- Max Bonhommes Buch untersucht in fünf ausführlichen Kapiteln die Entstehung und Entwicklung der Fotomontage. Ursprünglich in der Werbung entwickelt, wurde sie ab dem frühen 20. Jahrhundert beispielsweise zur Werbung für die Sehenswürdigkeiten von Paris eingesetzt. Ihr Medium war damals vor allem Postkarten. Später versuchte das Nachrichtenmagazin Vu, Ereignisse mit dieser Technik zu erzählen. Auch im polizeilichen Ermittlungsjournalismus war sie beliebt, der sie bei wichtigen Fällen einsetzte. Während sie sich in Frankreich rasch verbreiteten, waren diese Techniken besonders in den sogenannten avantgardistischen Künstlerkreisen Deutschlands und der UdSSR weit verbreitet. Max Bonhomme weist darauf hin, dass die Internationale Arbeiterhilfe, die von der Komintern gegründete Organisation zur Unterstützung von Hungersnotopfern in der UdSSR, einer der zentralen Akteure dieser neuen Bildverwendung war. Ihr Gründer, der deutsche Kommunist Willy Münzenberg, nutzte die Organisation rasch, um Propagandafilme zugunsten der UdSSR zu drehen und mehrere Unternehmen zu gründen, die sich der Verwendung von Bildern zu diesem Zweck widmeten. Die Zeitung Arbeiter Illustrierte Zeitung war über den Einflussbereich kommunistischer Kreise hinaus erfolgreich. Eine exakte Kopie der in Deutschland verwendeten Techniken wurde in Frankreich entwickelt. So kopierten beispielsweise die Titelseiten der kommunistischen Zeitung Nos regards die der AIZ. Das Münzenberg-Netzwerk importierte auch sowjetische Fotomontagen. Die Plakate von Klucis und Senkin zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Propagandathemen zu erneuern und zu erneuern. So brachen "Neues Russland" und anschließend "Der Ruf der Sowjets" (sowohl auf Französisch als auch auf Deutsch) mit dem traditionellen Kanon von Plakaten und Titelbildern und erneuerten das Genre. Die im Gefolge der Kommunistischen Partei Frankreichs gegründete Vereinigung revolutionärer Künstler und Schriftsteller ist ein weiteres Beispiel dafür, denn das im Buch abgebildete Plakat von Willy Ronis verdeutlicht sowohl künstlerische Forschung als auch die Umsetzung einer neuen Form der Propaganda. Der Autor beschreibt anschließend die angewandten Techniken und die wiederkehrenden Themen. Wir finden die Klassiker der kommunistischen Vorstellungswelt: industrielle Vorstellungswelt, die entweder zur Anprangerung kapitalistischer Länder oder zur Förderung der UdSSR reproduziert wurde, visuelle Ablenkung, Gegenschuss. Die Presse nutzte damals filmische Mittel, um den Eindruck von Bewegung zu erwecken und so die Menschenmassen in Bewegung zu versetzen. Diese innovativen Techniken basieren auf kontrastierenden visuellen Zeitlichkeiten, um den Gegensatz zwischen kommunistischem Gut und kapitalistischem Bösen - der Menge auf der einen Seite und dem Volk, den Unterdrückern, auf der anderen Seite - zu veranschaulichen. Diese Propagandabilder wurden auf der Weltausstellung 1937 in großem Maßstab gezeigt, und alle Regime ließen sich schließlich von ihnen inspirieren, wie das 1943 vom französischen Staat geschaffene Propagandaplakat zeigt.

Max Bonhomme ist einer der federführenden Köpfe der Ausstellung, die am 19. November 2025 in der Contemporaine eröffnet wird. Katalog und Ausstellung widmen ihrem Hauptautor, John Heartfield, ausführlich Raum. Dieser ehemalige Dadaist, der zum Kommunisten wurde, war einer der Hauptförderer der Bewegung. Er war es beispielsweise, der die Propagandaplakate der KPD entwarf. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als Flüchtling in England, beendete er seine Karriere in Ostdeutschland. Die Kuratoren der Ausstellung widmeten anschließend Collagen aus der UdSSR oder deren Verherrlichung, wie die zahlreichen Abbildungen aus der kommunistischen Presse belegen, viel Raum. Sie betonten auch, dass die Fotomontage zu einem symbolischen Schlachtfeld zwischen den verschiedenen Formen totalitärer Propaganda wurde. Obwohl sie nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand, erlebte sie in den 1960er und 1970er Jahren ein zweites Leben, bevor sie im Zeitalter der digitalen Bildtransformation endgültig aufgegeben wurde.

Graphische Propaganda
Max Bonhomme
Éditions de la Sorbonne 2025, 378 S., 29 EUR

Ausgeschnittener und eingefügter Druck
Max Bonhomme und Aline Théret
Anamosa/La contemporaine 2025, 258 S., 35 EUR

https://monde-libertaire.net/?articlen=8644
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