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(de) Italy, FdCA, IL CANTIERE #37 - Präsentation der Wiener Bibliothek, des Archivs und Forschungsinstituts für Anarchismus (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Mon, 3 Nov 2025 07:57:37 +0200
Auch nach der Blütezeit des Anarchismus in Österreich in den 1880er
Jahren gab es bemerkenswerte Strömungen, wie die Unabhängigen
Socialisten der 1890er Jahre oder den Bund herrschaftsloser Sozialisten
der 1920er und 1930er Jahre. Eine nachhaltige anarchistische Bewegung in
Österreich entwickelte sich jedoch nicht. ---- Nach 1945 gab es zwar
Versuche, anarchistische Bewegungen wieder aufzubauen, doch blieben sie
flüchtig, wie die vielen kleinen anarchistischen Gruppen und
Formationen, die ab den 1960er Jahren entstanden und wieder
verschwanden. Das stetige Auf und Ab anarchistischer Strömungen und
Bewegungen in Österreich zeigt jedoch, dass hier einst so etwas wie ein
anarchistisches Kontinuum existierte. Die Vielfalt dieser Strömungen
wurde bisher nur aus anarchistischer Perspektive betrachtet und
detailliert beschrieben. Infolgedessen wurde der Anarchismus in
Österreich lediglich als historische Fußnote wahrgenommen. Darüber
hinaus gab es bis vor kurzem in Österreich kaum Möglichkeiten, sich über
den lokalen Anarchismus und die anarchistischen Bewegungen und
Aktivitäten jenseits der Hecke des Nationalgartens zu informieren. In
diesem Zusammenhang entstand die Idee, durch eine permanente Bibliothek
und ein Archiv einen Ort in Österreich zu schaffen, an dem man Wissen
über anarchistische Ideen und Bewegungen erwerben und/oder vertiefen
konnte. Von Anfang an bestand die Absicht darin, auch die Lücken in der
anarchistischen Tradition in Österreich zu schließen.
Unter dem Motto "Gestern in Erinnerung, heute in der Hand!" förderte
Rainer Schakmann gemeinsam mit Gleichgesinnten die "Anarchistische
Bibliothek - Archiv - Institut - Wien", die am 1. Mai 2010 in Wien 8,
Lerchenfelder Straße 124-126, Stiege 3, Tor 1a, eröffnet wurde.
Es war ein wichtiger erster Versuch, der jedoch aufgrund des
auslaufenden Mietvertrags am 31. März 2019 vorübergehend auf Eis gelegt
wurde. Die Aktivitäten wurden an verschiedenen Orten fortgesetzt, die
Situation war jedoch unbefriedigend. Dank des Beginns der
Sammlungsaktivitäten für neue Räume ("Mehr Platz für Anarchie" und
"A-Bib braucht Raum") am 1. Mai 2015 und glücklicher Umstände konnten im
Februar 2020 schließlich Immobilien in der Sanettystraße 1 in Wien
erworben werden.
Dieser Standort in einem einst für die Geschichte anarchistischer
Bewegungen wichtigen Viertel zeichnet sich durch zwei Vorteile aus:
seine zentrale Lage und die gute Anbindung an U-Bahn und Straßenbahn. Im
April 2020 begann die Institution mit der ökologischen Sanierung und
wurde aufgrund von Covid-19-bedingten Verzögerungen am 14. Februar 2022
als "Anarchistische Bibliothek - Archiv - Institut für
Anarchismusforschung - Wien" wiedereröffnet.
Unter Mitwirkung zahlreicher Anarchist*innen wurde die Institution von
Rainer Schakmann und Philipp Mock konzipiert.
Das Logo der Bibliothek stammt von der anarchistischen Cartoonistin
Linda Bilda (1963-2019). Bibliothek, Archiv und Institut für
Anarchismusforschung verfügen über eine Benutzerlounge, in der die
meisten Sammlungen ausgestellt sind. Dieser Bereich verfügt auch über
technische Ausstattung für Filmvorführungen. Die Lounge bietet
ausreichend Platz für Vorträge, Diskussionen, Lesungen,
Musikveranstaltungen und Ausstellungen.
Es gibt außerdem ein Café, das Getränke und bei bestimmten
Veranstaltungen vegane Küche unter dem Namen "VoKü" (Volksküche)
serviert. Neben einer barrierefreien Toilette befindet sich ein
Technikraum, der mit einer Mikrofilmkamera und einem hochwertigen
A2-Scanner (Bookeye 5) ausgestattet ist.
In diesem Bereich befinden sich auch Werkzeuge und Materialien für die
selbstgebauten Archivboxen und Holzregale. Zeitschriften und
Archivmaterialien werden in speziell dafür entwickelten, säurefreien
Archivboxen aufbewahrt. Die Sammlungen umfassen derzeit rund 3.000
Bücher und Broschüren sowie rund 1.100 Zeitungen und Zeitschriften in
verschiedenen Sprachen. Ergänzt werden diese durch rund 350 Plakate und
mehrere Originaldokumente. Darüber hinaus verfügt die Bibliothek über
eine Sammlung von ca. 300.000 digitalisierten Büchern und Broschüren,
Zeitungen und Zeitschriften sowie Archivalien aus dem eigenen Bestand
sowie von verschiedenen nationalen und internationalen Institutionen.
Gedruckte Bände können in der Bibliothek und online im Katalog
(https://abibliothek.org/info-zum-online-katalog/) eingesehen werden.
Die Bibliothek, das Archiv und das Forschungsinstitut für Anarchismus
veröffentlicht seit 2016 jährlich einen Wandkalender. Das erste Buch
erschien hier 2022: "Der abenteuerliche Karl F. Kocmata 1890-1941.
Dichter . Reporter . Verleger . Revolutionär . Obdachloser".
Detaillierte Informationen zur Bibliothek, dem Archiv und dem
Forschungsinstitut für Anarchismus finden Sie unter
https://a-bibliothek.org/. Sie bietet Informationen zu aktuellen
Aktivitäten, Projekten, Nutzungsmöglichkeiten und einen Online-Katalog
der Sammlungen. Zudem besteht die Möglichkeit, digitalisierte Zeitungen
und Zeitschriften sowie Bücher und Broschüren herunterzuladen. Zwei
umfangreiche Online-Projekte befinden sich derzeit in der Entwicklung:
eine digitale Karte und ein Lexikon zum Anarchismus in und aus
Österreich. Die Karte mit Zeitleiste bietet einen Überblick über
wichtige Orte anarchistischer Bewegungen in Österreich, bedeutende
Ereignisse sowie die Geburtsorte, Aktivitäten und Todesfälle von
Anarchist*innen. Neben Treffpunkten werden auch virtuelle Rundgänge zum
Thema Anarchismus in Österreich angeboten.
Alle Einträge sind mit dem Lexikon verknüpft, das eine Geschichte
anarchistischer Bewegungen in Österreich und ein Personenlexikon
enthält. Darüber hinaus enthält es lexikografische Artikel zu
Organisationen, Veranstaltungen, Zeitschriften, Publikationsreihen,
Verlagen sowie eine Übersicht über Bilder zu Personen, Orten und
Ereignissen. Siehe: https://karte.a-bibliothek.org/. Die
Anarchistische Bibliothek | Archiv | Institut für Anarchismusforschung |
Wien wird vom Verein zur Förderung libertärer Bibliotheks- und
Archivkultur betrieben.
Sie finanziert sich ohne öffentliche Unterstützung, ausschließlich durch
Spenden. Bibliothek, Archiv und Institut für Anarchismusforschung
verstehen sich als offenes Forum für Anarchist*innen verschiedener
anarchistischer Strömungen. Sie sollen aber auch anarchistisch
Interessierten die Möglichkeit bieten, sich mit anarchistischen Ideen
und Bewegungen zu beschäftigen - sei es zunächst oder vertiefend.
Letztlich geht es auch darum, dem Anarchismus in Österreich als bloße
historische Fußnote entgegenzuwirken.
Um diese Ziele zu erreichen und den Verein zu erhalten, sind
Unterstützer*innen willkommen!
Und natürlich sind Spenden willkommen! Spenden an:
Verein zur Förderung libertärer Bibliotheks- und Archivkultur, IBAN:
AT78 1400 0108 1000 0703; BIC: BAWAATWW; Bank: BAWAG.
https://alternativalibertaria.fdca.it/
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