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(de) France, Monde Libertaire - PALÄSTINA - ISRAEL: DER STAAT IST SO NÜTZLICH WIE EIN LOCH IM KOPF (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Fri, 17 Oct 2025 09:56:17 +0300
Am Montag, dem 22. September 2025, verkündete der französische Präsident
Emmanuel Macron nach mehreren Zögern und Verschiebungen, dass Frankreich
nun den Staat Palästina anerkenne. Wir sind nicht naiv in Bezug auf die
politischen und geopolitischen Agenden und Hintergedanken der Mächtigen.
Diese Erklärung, in der Macron gern von "dringender Notwendigkeit" oder
von "Bombardierungen in Gaza" spricht, dabei aber den Begriff Genozid
tunlichst vermeidet, wird den israelisch-palästinensischen Konflikt
leider nicht beenden.
Die Lage in Gaza, im besetzten Westjordanland, im Libanon usw.
verschlechtert sich Tag für Tag. Wenn eine Armee wie Tsahal bombardiert,
tötet und Zehntausende unbewaffnete Menschen verwundet, angeblich um die
Hamas zu vernichten, und dabei offen ethnische Säuberung betreibt, sind
wir Zeugen eines Genozids. Der Begriff wird inzwischen von NGOs und
seriösen Journalist:innen weltweit geteilt.
Die Menschen in Gaza verhungern, weil die Besatzungsarmee humanitäre
Hilfe blockiert. Es gibt unzählige Berichte von Ärzt:innen über "sehr
schwere Auszehrungen mit massivem Gewichts- und Muskelverlust". Amnesty
International bestätigte in seiner Mitteilung vom 18. August 2025, dass
Israel in Gaza eine "gezielte Hungerstrategie" führt. Selbst die UNO
hatte wenige Tage zuvor gefordert, Gaza mit Nahrungsmittelhilfe zu
überschwemmen, um Hunger zu verhindern. Auch hier muss man es klar
benennen: Die israelische Armee setzt Hunger als Waffe ein.
Die "siegreichen" Mächte des Zweiten Weltkriegs etablierten nach dessen
Ende ein neues globales Kräfteverhältnis. Sie teilten den Kuchen unter
sich auf.
Seit der UN-Generalversammlung und dem Sonderkomitee für Palästina von
1947 bemühten sich Israel und Palästina um die Anerkennung als Staaten.
Israel wurde schnell von den Sowjets de jure und von den USA de facto
anerkannt; ein palästinensischer Staat entstand hingegen nie. Dennoch
kann man sagen, dass seit 1988 ein palästinensischer Proto-Staat
existiert. Am 15. November jenes Jahres erklärte der Palästinensische
Nationalrat in Algier einseitig die Unabhängigkeit Palästinas, und
vierzehn Staaten erkannten sie sofort an. Erst am 28. Mai 2024 erkannten
die ersten westeuropäischen Länder Palästina offiziell an: Spanien,
Norwegen und Irland.
Heute geht die ethnische Säuberung unter der rechtsextremen israelischen
Regierung weiter. So verhandelte die Regierung Netanjahu am 15. August
2025 mit dem Südsudan über die Möglichkeit, rund 2 Millionen Menschen
aus Gaza dorthin zu deportieren.
Die derzeitigen Faktoren im israelisch-palästinensischen Konflikt
zeigen, dass die Gründung eines palästinensischen Staates zumindest
derzeit unmöglich ist. Die von Macron verkündete Anerkennung dieses
Staates wird - wie zuvor durch Spanien, Irland und Norwegen - weder an
dieser Lage noch am Schicksal der Palästinenser:innen etwas ändern.
Macron selbst gesteht ein: "Die Anerkennung eines Staates durch andere
Staaten führt nicht zwangsläufig zu dessen tatsächlicher Existenz."
Ein ausschließlich palästinensischer oder arabischer Staat würde nur
Hass und Kriegsbereitschaft auf beiden Seiten anheizen. Angesichts der
gegenwärtigen politischen Kräfte würde ein palästinensischer Staat nicht
besser mit Nicht-Palästinenser:innen auf seinem Gebiet umgehen als sein
Nachbar.
Auf diesem Land, das man Palästina/Israel nennt, besteht die einzige
Lösung nach so vielen Jahren des Konflikts in einer Konfiguration, die
allen dort lebenden Menschen - unabhängig von Religion oder
Zugehörigkeit - gemeinsames Leben ermöglicht. Das wird nicht durch zwei
Nationalstaaten geschehen, sondern durch eine einzige Einheit, die allen
gleiche Rechte garantiert.
Es geht nicht darum, in einer fantasierten Vergangenheit von vor 10, 100
oder 1000 Jahren zu graben. Es gilt, sich heute darauf zu einigen, dass
alle, die jetzt auf diesem Land leben (wie auch immer man es nennt),
gemeinsam und in Frieden existieren können.
Die Schlussfolgerung der jüngsten Broschüre des Makhno-Netzwerks
("Heiliges Land, endloser Krieg: die Schaffung des Staates Israel in
Palästina, Zionismus und Utopien", Éd. du Monde Libertaire, 2025) ist
eindeutig: "Die Gründung des Staates Israel ist ein menschliches
Scheitern. Eine echte soziale und libertäre Revolution kann den
israelisch-palästinensischen Konflikt endgültig lösen."
In der Zwischenzeit - und damit alle Palästinenser:innen, Jüd:innen,
Muslim:innen, Christ:innen und andere vom Fluss bis zum Meer
zusammenleben können - muss der Kampf weitergehen, damit der israelische
Staat Kolonialisierung, Massaker, Vertreibung, ethnische Säuberungen
usw. beendet.
Es muss Druck ausgeübt werden, damit Palästinenser:innen die gleichen
Rechte wie Israelis erhalten, egal wo sie auf diesem Land leben.
Zu viel Blut ist geflossen. Das muss aufhören.
Fédération anarchiste
Montag, 22. September 2025
https://www.monde-libertaire.net/?articlen=8589
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