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(de) Germany, Die Platform: Sechs Monate Solidaritätsarbeit: Update zur Kampagne für die sudanesischen Anarchist:innen (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Wed, 8 May 2024 08:04:23 +0300
Sechs Monate ist der Beginn der internationalen Kampagne für die
sudanesischen Anarchist:innen bereits her. Nun haben wir mit unseren
Schwesterorganisationen einen gemeinsamen Bericht zum aktuellen Stand
veröffentlicht, den wir hier dokumentieren. ---- Content Warnung: In
diesem Text geht es unter anderem um sexualisierte Gewalt und Tod. ----
Im August 2023 haben wir, anarchistische Organisationen von fünf
Kontinenten, eine internationale Solidaritätskampagne gestartet. Ihr
Ziel war und ist es, sudanesische Anarchist:innen auf der Flucht vor dem
Krieg und der Repression in ihrem Land zu unterstützen und dafür zu
sorgen, dass sie sicher in einem Zielland ihrer Wahl ankommen.
Mittlerweile sind sechs Monate seit unserem ersten Solidaritätsaufruf
vergangen. Wir wollen mit diesem kurzen Text einen Bericht über die
aktuelle Situation und die Fortsetzung unserer Kampagne geben.
Zuerst das Wichtigste: Der Großteil der kleinen Gruppe an
anarchistischen Genoss:innen, mit denen wir seit 2022 in Kontakt stehen
und die wir seit letztem Jahr in ihrem Weg ins Exil unterstützen, hat es
mittlerweile geschafft, den Sudan zu verlassen. Einige wenige der von
uns unterstützten Personen sind allerdings noch im Land und dort
weiterhin in den Widerstandskomitees aktiv. Hier arbeiten sie unter
anderem daran, vertriebene Menschen zu unterstützen. Die
Widerstandskomitees helfen den Frauen in Geflüchtetenlagern, eigene
Komitees zu bilden, um sich zu verteidigen. Sie organisieren auch
eigenständig Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, weil wegen des
Krieges zur Zeit keine Schule stattfindet. Aber die Arbeit unter dem
militärischen Notstandsgesetz ist gefährlich. Unsere Genoss:innen vor
Ort brauchen Unterstützung, um das Land zu verlassen, denn die
politische Situation für Aktivist:innen und Revolutionär:innen ist immer
unsicherer und es gibt viele willkürliche Verhaftungen. Wie gefährlich
die Lage ist, hat eine schreckliche Nachricht gezeigt, die uns kürzlich
erreicht hat: Bei ihrem Versuch, aus der Hauptstadt Khartum zu fliehen,
ist unsere Genossin Sarah von Angehörigen der Rapid Support Forces (RSF)
vergewaltigt und ermordet worden. Wir teilen den tiefen Schmerz unserer
Genoss:innen über diesen Verlust.
Dass es uns bisher überhaupt möglich war - wenn auch in einem äußerst
beschränkten Umfang - internationale Solidaritätsarbeit zu leisten,
verdanken wir der großartigen Unterstützung vieler Organisationen und
Einzelpersonen aus allen Teilen der Erde. Mit ihrer Hilfe konnten wir
das ursprüngliche Spendenziel von 2000 US-Dollar deutlich übertreffen.
An dieser Stelle möchten wir all den Menschen unseren wärmsten Dank
aussprechen, die diese Kampagne unterstützt haben und ihre Solidarität
haben Praxis werden lassen!
Jedoch haben auch die Kosten unseres Vorhabens die Erwartungen deutlich
übertroffen. Verantwortlich dafür ist vor allem die extrem instabile und
sich weiter zuspitzende Lage im Sudan. Fast ein Jahr dauert der Krieg
zwischen der sudanesischen Armee und der RSF-Miliz nun schon an. Mit
jedem Monat verschärfen sich die Kämpfe weiter. Über 14.000 Menschen
sind bereits getötet worden. Immer mehr Landesteile werden in die Kämpfe
hineingezogen, immer mehr Blut vergossen, immer mehr Menschen
vertrieben. Massenflucht und Krieg haben zu einer unerträglichen, sich
jeden Tag verschlimmernden Hungersnot geführt. Das Leben von
hunderttausenden Menschen steht akut auf dem Spiel. Es ist ein Spiel,
dass auch von internationalen Akteur:innen mitgespielt wird. Die Waffen,
die von den RSF gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden, stammen zu
Teilen aus Finanztöpfen der Europäischen Union, die die Miliz mindestens
einige Jahre als Grenztruppe im Dienste ihrer Migrationsabwehr einsetzte
und dafür hochrüstete und dies mit großer Wahrscheinlichkeit noch tut
(1,2). Aktuell verdichten sich die Hinweise darauf, dass zum Beispiel
die Vereinigten Arabischen Emirate hochentwickelte Waffensysteme an die
RSF liefern, um den Krieg am Leben zu halten (3).
Neben dem Krieg im eigenen Land erschweren auch die repressiven
Grenzregime der umliegenden Staaten unseren Genoss:innen eine Flucht aus
dem Sudan. Die Preise für VISA, um zum Beispiel ins nördliche
Nachbarland Ägypten einzureisen, sind in die Höhe geschnellt. Auch die
wenigen verbliebenen Transportwege haben sich enorm verteuert. Ein
Großteil des durch die Kampagne gesammelten Geldes wurde deshalb bereits
ausgegeben. Um unseren letzten Kontaktpersonen die Flucht aus dem Sudan
zu ermöglichen und die Weiterreise der anderen Genoss:innen zu
finanzieren, benötigen wir mehr Geld. Daher werden wir in den nächsten
Monaten die Anstrengungen für die Kampagne noch einmal verstärken. In
einigen Regionen werden unsere Organisationen, die bisher vor allem
digital präsente Kampagne noch deutlich stärker vor Ort verbreiten. Wir
wollen auch auf die allgemeine, katastrophale Lage der Menschen von
unten im Sudan aufmerksam machen und dazu beitragen, die Decke des
Schweigens, die die Regierungen und ihre Presse über die dortigen
Ereignisse ausgebereitet hat, zu durchbrechen.
Wir rufen alle Gewerkschaften, sozialen und politischen Organisationen
und alle solidarischen Einzelpersonen dazu auf, an der Seite der
sudanesischen Anarchist:innen zu stehen und die Kampagne weiter zu
unterstützen. Verbreitet sie in euren Organisationen und Bewegungen.
Nutzt alle öffentlichen Kanäle, die euch zur Verfügung stehen. Spendet
für die Kampagne. Jede Form der Hilfe zählt.
Vereint gegen Krieg und Repression!
Internationale Solidarität mit den sudansischen Anarchist:innen!
Quellen:
1:
https://www.sudanuprising.net/the-rapid-support-forces-and-the-european-unions-migration-control-policy-in-sudan.html
2:[https://migration-control.info/en/blog/how-the-european-union-finances-oppression/->https://migration-control.info/en/blog/how-the-european-union-finances-oppression/]
3:
https://www.nytimes.com/2023/09/29/world/africa/sudan-war-united-arab-emirates-chad.html
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Neue Etappe der Solidaritätskampagne für die sudanesischen Anarchist:innen!
Im August 2023 haben wir zusammen mit unseren anarchistischen
Schwesterorganisationen eine internationale Solidaritätskampagne
gestartet. Ihr Ziel war und ist es, sudanesische Anarchist:innen auf der
Flucht vor dem Krieg und der Repression in ihrem Land zu unterstützen
und dafür zu sorgen, dass sie sicher in einem Zielland ihrer Wahl
ankommen. Kürzlich haben wir mit unseren Schwesterorganisationen in
einem neuen Text Einblick in den aktuellen Stand der Kampagne gegeben
und angekündigt, sie fortzusetzen.
Insbesondere im deutschsprachigen Raum wollen wir als Plattform die
Anstrengungen der internationalen Solidaritätsarbeit in den kommenden
Monaten intensivieren. In dieser neuen Etappe soll die bisher vor allem
digital präsente Kampagne noch deutlich stärker lokal in unserer Region
verbreitet werden. Dafür haben wir in den letzten Wochen Plakate, Flyer
und Aufkleber drucken lassen, die wir in kleinen Mengen in politischen
Räumen überall in unserer Region verteilen wollen, um die Kampagne vor
Ort sichtbar zu machen. Dafür sind wir auf eure Hilfe dringend
angewiesen: Ihr kennt einen Raum in eurer Stadt, in dem die Leute
unbedingt noch von der Solidaritätskampagne hören müssen? Schreibt uns
eine E-Mail an kontakt@dieplattform.org und wir schicken euch Material
zu! Natürlich findet ihr die Materialien künftig auch auf den
Infotischen unserer Lokalgruppen. Das Plakat könnt ihr dort auch gegen
eine Spende für die Kampagne erwerben.
Außerdem haben wir mit der Hilfe der großartigen sudanesischen
Aktivist:innen von "Sudan Uprising" aus Berlin einen Vortrag erarbeitet.
In diesem geht es um die moderne Entwicklung des Sudan, die sudanesische
Revolution von 2018 und die aktuelle Lage im Land. Wir wollen diesen
Vortrag in möglichst vielen Städten halten, um auf die weithin
unbekannte Geschichte und revolutionäre Bewegung des Landes aufmerksam
zu machen. Und um ein Stück weit die Decke des Schweigens zum Krieg und
zur humanitären Katastrophe im Sudan zu durchbrechen. Wir werden die
Veranstaltungen natürlich auch nutzen, um Spenden für die Genoss:innen
zu sammeln. Auch hier sind wir aber wieder auf eure Hilfe angewiesen.
Ihr habt Bock, bei euch vor Ort einen Vortrag mit uns zu organisieren?
Dann schreibt uns auch dafür eine E-Mail! Sollten wir nicht bei euch
vorbeikommen können, schicken wir euch gerne die Materialien für die
Veranstaltung zu, sodass ihr sie mit etwas Einarbeitung auch ohne uns
machen könnt. Hauptsache, die Botschaft verbreitet sich, mehr Menschen
erfahren von der Kampagne und entscheiden sich, die Genoss:innen mit
einer Spende zu unterstützen.
Ihr habt weder einen Raum, wo ihr Materialien auslegen könnt, noch die
Möglichkeit, einen Vortrag zu organisieren? Dann spendet einfach selbst
oder verbreitet die Kampagne über eure Kanäle an Genoss:innen und
Freund:innen. Jede Form der Hilfe zählt und ist ein wichtiger Beitrag
der internationalen Solidarität. Nur gemeinsam können wir es schaffen,
unsere Genoss:innen auf ihrem Weg ins Exil zu unterstützen!
Vereint gegen Krieg und Repression!
Unterstützen wir weiter die sudanesischen Anarchist:innen!
Autordieplattform
Veröffentlicht am18. April 2024
KategorienDeutschland, International, Mobilisierung
SchlagwörterInternationalismus, Sudan
Beitrags-Navigation
https://www.dieplattform.org/2024/04/17/sechs-monate-solidaritaetsarbeit-update-zur-kampagne-fuer-die-sudanesischen-anarchistinnen/#more-2975
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