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(de) Germany, Die Platform: Bericht vom anarchosyndikalistischen Jugendkongress in Berlin (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Sun, 28 Apr 2024 11:11:27 +0300
Vom 28. bis 30. März hat in Berlin ein anarchosyndikalistischer
Jugendkongress stattgefunden. Organisiert wurde er vom Autonomen
Schüler*innen Syndikat (ASS) Berlin. Verschiedene
anarchosyndikalistische Schüler*innengewerkschaften und Jugendgruppen
aus dem Bundesgebiet sowie aus der Schweiz und aus Schweden nahmen teil.
Auch eine kleine Jugenddelegation der Plattform war vor Ort. Es folgt
ein persönlicher Bericht einer jungen Genossin, die am Kongress
teilgenommen hat.
"Für mich war der Kongress ziemlich eindrucksvoll. Es gab viel und sehr
diverses Programm: Von einer Schnitzeljagd zur Entdeckung der Geschichte
des Viertels und zum gegenseitigen Auftauen, über verschiedenste
Vorträge und Workshops bis hin zu einem Konzert und einem Filmabend. Wie
es eben so ist, wenn man auf so viele fremde Leute trifft, war ich
anfangs ein bisschen nervös und aufgeregt. Dadurch, dass ich aber direkt
herzlich und mit einem Geschenkbeutel begrüßt wurde, hat sich meine
Besorgnis schnell in Luft aufgelöst. Das Programm hat mich auch sozial
integriert und am Tresen gab es immer Ansprechpersonen. Jeden Tag wurden
von unterschiedlichen Genoss:innen drei Mahlzeiten zubereitet. Es wurde
eine Awareness-Struktur geschaffen, die ansprechbar war und darüber
hinaus ein Rückzugsraum organisiert, der von morgens bis abends von
einer Awareness-Person besetzt wurde. Von A bis Z war also alles
selbstorganisiert.
Die Vorträge und Workshops haben anarchistisch-syndikalische Geschichte
und Tradition, Theoriebildung, geteilte praktischen Erfahrungen aus
bisherigen Kämpfen oder strategische Überlegungen behandelt. All das mit
Bezug auf Schul- und Jugendorganisierung, aber auch hinsichtlich
Lohnarbeit als nächstfolgendem Kampffeld. Unser Vortrag zu
"Anarchafeminismus - Die Suche nach einer revolutionären feministischen
Praxis" ist auf viel positive Resonanz gestoßen und ich habe die kleine
Frage- und Austauschrunde im Nachgang genossen. Zwischen den
Genoss:innen von der FAU Berlin und dem Podcast Übertage hatten wir
unseren Infostand aufgebaut und waren so auch vor und nach dem Vortrag
präsent, konnten unsere Materialien verteilen und Geld für die
Sudan-Kampagne sammeln. Mit Infoständen waren auch die Genoss:innen von
Perspektive Selbstverwaltung und dem Institut für Syndikalismusforschung
vertreten. So ergab sich für die Teilnehmenden des Kongresses ein guter
Einblick in die gesamte Organisationslandschaft des klassenkämpferischen
Anarchismus in Deutschland und für uns die Möglichkeit, alte Bekannte
wiederzutreffen und neue Bekanntschaften zu machen.
Am ersten Tag wurde durch ein Banner der schwedischen Genoss:innen mit
der Forderung nach einem Ende der Besatzung Palästinas die auch in den
Reihen der anarchosyndikalistischen Jugend vorhandene Polarisierung
hinsichtlich des Kriegs gegen Gaza sichtbar. Die Diskussion darüber hat
mich während des Kongresses sehr beschäftigt und hat mir deutlich
gemacht, dass die fehlende konsequente anarchistische Positionierung zu
diesem internationalen Thema weiterhin ein großes Problem für den
organisierten Anarchismus im deutschsprachigen Raum darstellt. Ich
glaube die Konfrontation mit diesem Thema war und bleibt wichtig, weil
es eine Auseinandersetzung damit braucht, um handlungsfähig zu werden.
Dabei will ich aber nicht vergessen, wie viel Sorgearbeit sie in
Anspruch genommen hat. Ich hab das ASS Berlin, die schwedischen
Genoss:innen der Syndikalistiska Ungdomsförbundet sowie alle weiteren,
die Awareness-Arbeit übernommen haben hier als ziemlich ambitioniert,
kompromissbereit und solidarisch im Umgang erlebt.
Für mich war der Kongress ein sehr praktischer und schöner Raum für
Austausch. Einerseits formell, da von vielen Organisationen und
Einzelpersonen Input gegeben wurde und daran anschließende Austausch-
und Fragerunden, Diskussionen ermöglichten. Andererseits auch informell,
weil ich das Gefühl hatte Leute anquatschen zu können und die geteilte
Idee da war, sich untereinander kennenzulernen und Verbindungen zu
schaffen. Ich habe super viele Menschen außerhalb meiner Heimatstadt
kennengelernt und hab das Gefühl, dass wir auch als kleine Delegation
der Plattform stärker zusammengewachsen sind. Ich freue mich auf weitere
Zusammenarbeit und darauf die Genoss:innen hoffentlich bald wieder
zusehen. Mein und unser Dank gilt dem ASS Berlin dafür, dass sie den
Kongress durch ihre organisatorische (Vor-)Arbeit überhaupt möglich
gemacht haben!"
Die nächsten Monate und Jahre werden zeigen, ob es gelingen kann, eine
neue Welle anarchistischer und syndikalistischer Jugendorganisierung zu
entfachen. Als Plattform werden wir alle Ansätze, die in diese Richtung
zeigen, weiter solidarisch unterstützen. Denn der Aufbau einer
organisierten anarchistischen und syndikalistischen Jugend ist ein
wichtiger Baustein im Prozess des allgemeinen Wiederaufbaus der
anarchistischen und syndikalistischen Bewegung in unserer Region. Wir
wünschen unseren Genoss:innen - ob sie im ASS, der Schwarzen Rose
Dresden, der Freien Arbeiter*innen Jugend Schweiz, der Syndikalistiska
Ungdomsförbundet, bisher noch ganz woanders oder gar nicht organisiert
sind - daher viel Glück und noch viel mehr Durchhaltevermögen bei ihrem
Aufbauprozess.
https://www.dieplattform.org/2024/04/09/bericht-vom-anarchosyndikalistischen-jugendkongress-in-berlin/#more-2963
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