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(de) USA/Cincinnati: Bericht (en)

From I-AFD_2@anarch.free.de (FdA/IFA Hamburg)
Date Thu, 19 Apr 2001 03:09:59 -0400 (EDT)


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      A - I N F O S  N E W S  S E R V I C E
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## by komboa@hotmail.com
JoNina (und alle anderen):

Wenn ihr noch einen Beweis braucht, dass die Miliz-Einheiten aus weissen  
Supremacists bestehen, dann habt ihr ihn jetzt. Ich hatte nie einen  
Zweifel, aber es gab Schwarze, die mir erzaehlten, dass die Milizbewegung  
nicht white-supremacist sei. Ja klar! Ich erinnere mich, dass vor ein paar  
Jahren eine anti-rassistische Gruppe, das NeighborsNetwork, einen Bericht  
ueber die Georgia-Miliz geschrieben had, die damals von Linda Thompson  
geleitet wurde. Thompson war Aktivistin und Anfuehrerin beim Ku Klux Klan,  
der in Georgia seit Jahren Schwarze und Hispanics terrorisiert hat. Als  
die rechten Milizen bei der weissen ArbeiterInnenklasse in den spaeten  
80er/fruehen 90er Jahren populaer wurden, organisierte sie zusammen mit  
einem anderen Klan-Mitglied in mehreren US-Staaten Milizeinheiten.

Das sind faschistische Bewegungen, und wie die Church of the Creator, die  
Posse, der Order und andere rechte paramilitaerische Gruppen in den  
letzten 30 Jahren wollen sie einen "Rassenkrieg" bewirken. Sie bedienen  
sich der eindeutig faschistischen Analyse, dass die Schwarzen der Feind  
seien und dass unsere Rebellion gegen die Regierung eine Bedrohung fuer  
den "weissen Nationalstaat" sei. Obwohl sie gefaehrlich sind, sind sie  
nicht *das* Problem, nur Teil des Problems, aber sie muessen als das  
erkannt werden, was sie sind. Eine Schwarze, insbesondere viele  
AktivistInnen (die es besser wissen sollten), wurden von diesen Faschisten  
verleitet zu glauben, dass wir etwas gemeinsam haetten, weil sie gegen die  
Regierung waeren und zu den Waffen gegriffen haben. Klar, die Nazis waren  
eine paramilitaerische Bewegung gegen die Regierung, sie nannten sich  
selbst "revolutionaer" und haben dann eine autoritaere Diktatur geschaffen  
und einige der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschheit begangen,  
darunter den Genozid an mehreren Voelkern. Wir haben mit diesen Faschisten  
nichts gemeinsam!


Confusion reigns supreme.

Ich bin aber weniger besorgt ueber die Aktivitaeten dieser faschistischen  
Gruppen als ueber das Versagen unserer Leute und der sogenannten  
"Anfuehrer" und "Massenorganisationen", eine Art Nachbarschaftsmiliz unter  
uns aufzubauen, um sowohl gegen den faschistischen wie den Bullenterror  
vorzugehen. Ich meine etwas mehr als ein "elitaere" Gruppe, die in  
nachgemachten Uniformen herumstolziert, sondern den Aufbau einer Schwarzen  
Partisanenmiliz der Leute selbst. Das heisst nicht, einem charismatischen  
Fuehrer blindlings folgen, sondern Gemeinschaftsarbeit zu leisten und die  
Widersprueche von Armut und Polizeibrutalitaet/Besatzung zu nutzen, um  
eine doppelte Machtbasis zu errichten.

Ich bin ziemlich frustriert ueber die Nebenschauplaetze, wenn Morde durch  
die Polizei wie in Cincinnati passieren, dann rennen alle moeglichen  
Gruppen herbei, um ins Fernsehen zu kommen und dadurch neue Mitglieder zu  
rekrutieren, aber die Basis organisiert sich nicht vorher und nicht  
nachher, um eine wirklich revolutionaere Grundlage fuer weitergehenden  
Widerstand aufzubauen. Die Leute "beruhigen" sich oder werden von Polizei/ 
Militaer besiegt, die Uncle Tom-Prediger und -Politiker uebernehmen wieder  
alles und wir warten auf das naechste Ereignis. Und das einzige, was die  
sogenannte Schwarzen Fuehrer fordern koennen sind "Bundesgesetze", eine  
von Bullen kontrollierte "Kommission zur Untersuchung der Polizei" oder  
"Ermittlungen durch das FBI", was uns eindeutig nicht weiterbringt. Ich  
entschuldige die Jugend, sie haben nicht miterlebt, wie das schon in  
Watts, Detroit, Miami und anderen Staedten in den 60er bis 80er Jahren  
passiert ist, aber die Leute unseres Alters muessen anfangen, ein paar  
andere Antworten fuer eine neue Richtung aufzustellen. Wir haben  
anscheinend nichts aus der Rebellion in Los Angeles 1992 gelernt, was uns  
auf diese vorbereitet haette. Warum sollten wir auf das naechste Mal  
warten? Die Basis muss sich jetzt organisieren, es reicht nicht, eine  
Waffe in die Hand zu nehmen, um revolutionaer zu sein.

Love and struggle,
Lorenzo Komboa Ervin

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Uebersetzung: FdA Hamburg


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