|
A - I n f o s
|
|
a multi-lingual news service by, for, and about anarchists
**
News in all languages
Last 40 posts (Homepage)
Last two
weeks' posts
Our
archives of old posts
The last 100 posts, according
to language
Greek_
中文 Chinese_
Castellano_
Catalan_
Deutsch_
Nederlands_
English_
Français_
Italiano_
Polski_
Português_
Russkyi_
Suomi_
Svenska_
Türkçe_
_The.Supplement
The First Few Lines of The Last 10 posts in:
Castellano_
Deutsch_
Nederlands_
English_
Français_
Italiano_
Polski_
Português_
Russkyi_
Suomi_
Svenska_
Türkçe_
First few lines of all posts of last 24 hours |
of past 30 days |
of 2002 |
of 2003 |
of 2004 |
of 2005 |
of 2006 |
of 2007 |
of 2008 |
of 2009 |
of 2010 |
of 2011 |
of 2012 |
of 2013 |
of 2014 |
of 2015 |
of 2016 |
of 2017 |
of 2018 |
of 2019 |
of 2020 |
of 2021 |
of 2022 |
of 2023 |
of 2024 |
of 2025 |
of 2026
Syndication Of A-Infos - including
RDF - How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups
(de) Italy, Sicilia Libertaria #469 - Künstliche Intelligenz, soziale Kontrolle und algorithmische Kriegsführung - Das digitale Panoptikum (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Fri, 14 Aug 2026 07:17:29 +0300
1942 formulierte der Autor Isaac Asimov in seinen Romanen und
Kurzgeschichten über Roboter die Drei Gesetze der Robotik: einen
Ethikkodex, der sicherstellen sollte, dass von Menschen programmierte
Maschinen ihnen niemals schaden können. Das erste Gesetz war
unabdingbar: "Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch
Untätigkeit zulassen, dass einem Menschen Schaden zugefügt wird."
Jahrzehnte später präsentierte Hollywood dem jugendlichen Publikum mit
der Terminator: Skynet-Filmreihe die perfekte Antithese zu diesem Ideal:
eine selbstbewusste militärische künstliche Intelligenz, die beschließt,
die Menschheit auszulöschen. Heute bewegt sich die Realität der
digitalen Kriegsführung in einem gefährlichen Graubereich. Wir sprechen
nicht mehr von rotäugigen humanoiden Robotern, die durch zerstörte
Städte marschieren, sondern von unsichtbaren Algorithmen,
automatisierten Cyberangriffen und autonomen Waffensystemen. Künstliche
Intelligenz (KI) hat das Schlachtfeld betreten, sowohl das virtuelle als
auch das physische, und damit Asimovs romantische Gesetze völlig
zunichtegemacht. Sie führt uns immer näher an die kalte Berechnung von
Skynet heran, das stets im Dienste der bürokratischen Staatsstruktur
steht, welche ihren Einsatz legitimiert und steuert. Die Geschichte der
Militärtechnologie ist letztlich die Geschichte der Ausweitung von
Mechanismen sozialer und staatlicher Kontrolle. Daher stellen die
heutigen Algorithmen keinen Bruch mit der Vergangenheit dar, sondern
vielmehr die raffinierteste und gefährlichste Phase
institutionalisierter Bürokratie.
Dieser Übergang von konventioneller zu digitaler Kriegsführung basiert
auf einer gefährlichen Entmenschlichung der Gewalt. Die Existenz einer
Gemeinschaft oder eines Individuums wird zu einem simplen "Muster
verdächtigen Verhaltens" degradiert, das von Software erkannt und vom
Staat ohne die moralische Belastung eines Attentats ausgelöscht werden
kann. Konzipiert von den Herrschaftsstrukturen hegemonialer Staaten,
erbt und automatisiert Künstliche Intelligenz deren Vorurteile und
strukturelle Gewalt. In diesem Sinne besteht die aktuelle Gefahr nicht
darin, dass Maschinen selbstständig denken, sondern dass die Menschheit
sich einer undurchsichtigen algorithmischen Logik unterwirft, in der
Verantwortung hinter dem Bildschirm verschwindet, weil das System -
gemäß den neuen Machtdogmen - keine Fehler macht. Genau in diesem
Ökosystem bürokratischer Kontrolle ist das Aufkommen von Konzernen wie
Palantir Technologies nachvollziehbar. Palantir wurde 2004 mit
Startkapital der CIA gegründet und hatte nicht das Ziel, physische
Waffen herzustellen, sondern nach den Anschlägen vom 11. September ein
globales digitales Überwachungssystem zu entwickeln. Schon der Name des
Unternehmens, abgeleitet von den Sehersteinen aus Tolkiens Mythologie,
dem Helden der einheimischen Faschisten, die Fernbeobachtung
ermöglichten, offenbart sein wahres Ziel: das absolute Panoptikum. Indem
das Unternehmen Datenbanken mit Strafregistern, Finanzdaten,
Telefonkommunikation und Satellitenbildern in einer einzigen
Benutzeroberfläche vereinte, demonstrierte es dem Staat, dass sich das
Chaos der sozialen Welt ordnen, kategorisieren und für Militär und
Polizei vorhersagbar machen lässt.
Diese Partnerschaft zwischen privatem Kapital und staatlicher Macht hat
mit der Entwicklung von Projekten wie Maven, einem System, in dem
Palantirs Software Tausende Stunden Drohnenaufnahmen sammelt, um Ziele
automatisch zu identifizieren und sogar über deren Eliminierung zu
entscheiden, ihren Höhepunkt erreicht. Durch die Einführung von
Plattformen wie seinem neuesten KI-System für die Verteidigung überträgt
der Konzern seine algorithmischen Sprachmodelle, die enorme Datenmengen
analysieren können, direkt in militärische Hauptquartiere. So können
Kommandeure das System in natürlicher Sprache abfragen, woraufhin ein
Algorithmus Angriffsoptionen entwickelt. Was als Werkzeug zur
Geheimdienstanalyse in Regierungsbehörden begann, ist zur eigentlichen
Triebkraft der Tötung in modernen Konflikten geworden, von der Ukraine
bis zum Nahen Osten. Palantir steht für die Privatisierung staatlicher
Überwachung, ein Vermittler, der von institutioneller Gewalt profitiert
und Software entwickelt, die auf die Effizienz der Vernichtung optimiert
ist. Diese Software kontrolliert Palantir und ermöglicht die
Entscheidungsfindung, wodurch letztlich die eigenen Auftraggeber
entmachtet werden. Die Entwickler von Palantir beschränkten sich nicht
auf die Rolle von "Technikern", sondern entwickelten auch ein
ideologisches Narrativ, das die Exzesse des Konzerns legitimiert und sie
als unvermeidliches historisches Schicksal tarnt. Diese philosophische
Begründung legte der CEO, Alex Karp, in seinem Manifest dar, das auf dem
Buch "Die technologische Republik: Wie das Bündnis mit dem Silicon
Valley die Zukunft des Westens prägen wird" basiert. Das 2025 in Italien
erschienene Buch löste international große Besorgnis aus. Karp nimmt
damit eine doktrinäre Rolle ein und formuliert einen Dekalog, den
Kritiker als schamlosen "Technofaschismus" bezeichnen. Seine zentrale
These ist ebenso direkt wie beunruhigend: Das Überleben des Westens
hängt nicht länger von demokratischem Konsens oder Diplomatie ab,
sondern von "softwarebasierter Macht". Es ist dasselbe Argument, mit dem
der Staat historisch seine schlimmsten totalitären Exzesse
rechtfertigte: automatisierte Gewalt als unvermeidliche
Selbstverteidigung gegen "Andere" - barbarische und wilde Feinde.
Eine libertäre Lesart legt nahe, dass dieses Manifest nichts weiter als
die nachträgliche Rechtfertigung eines Konzerns ist, der seinen Reichtum
und seine Macht direkt aus institutioneller Gewalt bezieht. Darin wird
verkündet, dass "manche Kulturen anderen unterlegen sind" und dass
Software die zivilisatorische Ordnung durchsetzen muss. So werden die
überheblichen Vorurteile digital in Codezeilen kodiert, die dann darüber
entscheiden, wer als legitimes Ziel gilt. Tatsächlich sind dies
Prozesse, die wir bereits beobachtet und analysiert haben, da der Staat
letztlich nur ein Gefäß faktischer Macht darstellt. Der neue Aspekt, der
mir wenig Beachtung zu schenken scheint, ist, dass das "Instrument" -
Marx würde es den Automaten nennen - immer mehr Autonomie erlangt und es
nicht mehr lange dauern wird, bis es schließlich selbstständig
entscheidet (Asimov hatte dies bereits vorhergesagt).
Angesichts der unkontrollierten Expansion dieses
militärisch-technologischen Komplexes der USA und Chinas haben die
institutionellen Reaktionen anderer geopolitischer Blöcke eine
alarmierende Fragilität gezeigt, wie beispielsweise im Fall der
Europäischen Union, die in ihrem Rechtsrahmen die militärische Nutzung
von KI ausdrücklich ausgeschlossen hat. Offensichtlich lässt sich das
ethische Problem nicht länger mit kosmetischen Gesetzen oder den
heuchlerischen Ausnahmen der EU-Verordnungen lösen. Die heutige
Militärtechnologie hat sich zum entscheidenden Mechanismus der sozialen
Kontrolle des Staatsapparats entwickelt: ein Panoptikum, in dem die
Grenze zwischen äußerer Sicherheit und innerer Repression vollständig
verwischt ist. Wenn wir zulassen, dass bürokratische Macht und privates
Kapital automatisch darüber entscheiden, wer ein legitimes Ziel ist,
sind wir endgültig gescheitert. Der Widerstand gegen diese kriegerische
Technokratie erfordert die Entmystifizierung der vermeintlichen
Neutralität der Wissenschaft und das Verständnis, dass der Kampf für
Freiheit heute auch darin besteht, jene digitale Infrastruktur in Frage
zu stellen, die vorgibt, uns aus dem Verborgenen heraus zu regieren und
zu kategorisieren.
Emanuele Amodio
https://www.sicilialibertaria.it/wp-content/uploads/maggio-2026_compressed.pdf
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe https://ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de
- Prev by Date:
(de) France, La Platforme: Präsidentschaftswahlen 2027: Vorbereitung darauf (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
- Next by Date:
(de) Germany, Die Platform: Behinderung im Kapitalismus (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
A-Infos Information Center