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(de) Italy, FDCA, Cantiere #41 - Hunger als politische Tatsache: Armut, selektive Sozialleistungen und Selbstverwaltungspraktiken in Italien im Jahr 2026 - Totò Caggese (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Sun, 1 Mar 2026 08:22:58 +0200
In Italien wird Hunger wieder vermehrt thematisiert. Nicht als Metapher,
nicht als Mittel zum Zweck ritueller Empörung, sondern als weit
verbreitete, alltägliche und strukturelle Realität. Millionen Menschen
leiden unter verschiedenen Formen von Ernährungsunsicherheit:
Mangelernährung, systematische Verzichte, Abhängigkeit von externer
Hilfe. Dennoch wird Hunger im vorherrschenden öffentlichen Diskurs
weiterhin als Ausnahmeerscheinung, als Überbleibsel, als unvermeidliche
Folge vorübergehender Krisen behandelt.
Die Realität sieht anders aus. Hunger ist kein vorübergehendes Phänomen,
sondern eine politische Tatsache.
Ein Land, das Unsicherheit normalisiert
In den letzten Jahren ist die Ernährungsunsicherheit wieder in den
Vordergrund gerückt und betrifft immer größere Teile der Bevölkerung.
Es herrscht nicht nur ein völliger Nahrungsmangel, sondern ein
fortschreitender Verlust des Zugangs zu ausreichender, gesunder und
gesellschaftlich akzeptabler Nahrung. Jeder Zehnte kann sich heute nicht
dauerhaft eine minimal ausgewogene Ernährung leisten. Es ist kein
spektakulärer Hunger, sondern ein stiller, normalisierter und
unsichtbarer Hunger.
Die regionalen Daten offenbaren gravierende Unterschiede. In Süditalien
ist die Zahl der Menschen, die unter Nahrungsmittelknappheit leiden,
mehr als doppelt so hoch wie in vielen Gebieten Norditaliens. Ganze
Regionen sind strukturell benachteiligt: Arbeitsplatzunsicherheit,
Arbeitslosigkeit, mangelhafte Dienstleistungen und steigende
Lebenshaltungskosten führen gemeinsam zu materieller Ausgrenzung. Es
wäre jedoch ein Fehler, diese Unterschiede lediglich als historische
Verzögerung zu deuten: Die Entwicklungen im Süden deuten auf Dynamiken
hin, die sich allmählich auch anderswo ausbreiten.
Hunger und schlechte Arbeit
Eines der wichtigsten - und oft übersehenen - Probleme betrifft den
Zusammenhang zwischen Hunger und Arbeit. Nahrungsmittelarmut betrifft
nicht nur diejenigen, die formell vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind.
Sie betrifft zunehmend auch diejenigen, die zwar arbeiten, aber
unzureichende Löhne, unsichere Verträge und unregelmäßige Arbeitszeiten
haben. Arbeit garantiert keinen Zugang mehr zu lebensnotwendigen Gütern.
Das ist die eigentliche Kluft.
Große Familien, Alleinerziehende, Menschen mit geringer Bildung, junge
Menschen und prekär Beschäftigte sind zunehmend von
Ernährungsunsicherheit betroffen. Hier offenbart die Rhetorik der
individuellen Verantwortung ihre ganze Widersprüchlichkeit: Es geht
nicht um Fehlentscheidungen, sondern um ein System, das systematisch
Einkommen produziert, die nicht zum Leben reichen.
Bedingte Sozialleistungen und dauerhafte Unterstützung
Angesichts dieser Situation war die institutionelle Reaktion überwiegend
defensiv. Die Funktion der Sozialleistungen hat sich zunehmend
gewandelt: von einem Instrument des kollektiven Schutzes hin zu einem
selektiven Mechanismus, der auf immer strengeren Zugangskriterien,
Kontrollen und Auflagen beruht. Nahrungsmittelhilfe ist daher in
befristete Maßnahmen, Zuschüsse, Pakete und Karten fragmentiert, ohne
die strukturellen Ursachen anzugehen.
Die zunehmende Verbreitung von Suppenküchen, Lebensmittelausgaben und
Nothilfemaßnahmen ist kein Zeichen größerer sozialer Gerechtigkeit,
sondern vielmehr ein Symptom anhaltender Hilfeleistungen. Der Bedarf
wird gedeckt, nicht beseitigt. Der Hunger wird bekämpft, nicht bekämpft.
In diesem Kontext wird Nahrung zum Instrument sozialer Regulierung: Wer
erhält Hilfe, unter welchen Bedingungen und mit welchen Verpflichtungen?
Rechte werden zu Zugeständnissen. Würde wird zur Kompatibilität.
Hunger und Demokratie
Eine Gesellschaft, die ein derart hohes Maß an Ernährungsunsicherheit
toleriert, ist politisch fragil. Hunger - selbst in moderaten Formen -
führt zu Anpassung, Schweigen und der Angst, das Wenige, was noch
bleibt, zu verlieren. Er verringert die Teilhabe, zersplittert Konflikte
und erschwert jede Form kollektiver Organisation.
Hunger ist nicht nur materieller Mangel. Er schränkt die Fähigkeit ein,
Entscheidungen zu treffen, sich zu äußern und politisch zu handeln.
Mutualismus und Selbstverwaltung: Praktiken der Störung
Gerade in den von Staat und Markt unbesetzten Bereichen entwickeln sich
Formen der Gegenseitigkeit und Selbstverwaltung weiter. Volksküchen,
selbstverwaltete Solidaritätsläden, Netzwerke zur Lebensmittelrettung
und -verteilung sowie Einkaufs- und Selbsthilfegruppen sind nicht bloß
karitative Aktionen. Sie sind konkrete Versuche, den Bedarf der Logik
von Selektion und Kontrolle zu entziehen.
In diesen Erfahrungen ist Essen weder Belohnung noch
Disziplinierungsinstrument. Es gibt keine verdienten oder unverdienten
Menschen. Was existiert, ist die gegenseitige Anerkennung eines
gemeinsamen Bedürfnisses und die Entscheidung, diesem gemeinsam zu
begegnen. Gegenseitigkeit beseitigt den Hunger an sich nicht, aber sie
kehrt seine politische Bedeutung um: Sie zeigt, dass Knappheit nicht
natürlich ist und dass Basisorganisationen würdevollere Antworten
hervorbringen können als institutionelle.
Deshalb werden diese Praktiken toleriert, solange sie marginal bleiben
und ihr Wachstum behindert wird. Denn sie stellen ein Grundprinzip der
gegenwärtigen Gesellschaftsordnung in Frage: dass der Zugang zu
lebensnotwendigen Gütern auf Einkommen, Arbeitsleistung und
Markttauglichkeit beruhen muss.
Über die Armutsbekämpfung hinaus
Die Bedürfnisse wieder in den Mittelpunkt zu rücken bedeutet auch,
soziale Konflikte wieder in den Mittelpunkt zu rücken, selbst in ihren
alltäglichen und weniger sichtbaren Formen. Es bedeutet, zu bekräftigen,
dass das Recht auf Nahrung keine einfordernde Leistung ist, sondern eine
Praxis, die es zu entwickeln gilt - entgegen der Logik von Knappheit und
Schuldgefühlen.
Solange Millionen von Menschen gezwungen sind, sich zu entscheiden, was
sie opfern wollen - Lebensmittelqualität, Gesundheit, soziale Kontakte
-, bleibt jede Rede von Wachstum, Stabilität und individueller
Verantwortung bedeutungslos.
Solange aber Praktiken der Gegenseitigkeit und Selbstverwaltung
existieren, wird es auch die konkrete Möglichkeit geben, sich eine
andere Organisation des materiellen Lebens vorzustellen und mit ihr zu
experimentieren, frei von der Erpressung durch den Hunger.
https://alternativalibertaria.fdca.it/wpAL/
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(de) France, UCL AL #368 - UCL News - Marsch für Wahrheit, Gerechtigkeit und Solidarität für Rojava: Es lebe der Widerstand des kurdischen Volkes! (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
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(en) Italy, FAI, Umanita Nova #3-26 - Precious Games. Protect the Olympics and Repress Strikes (ca, de, it, pt, tr)[machine translation]
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