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(de) France, UCL AL #367 - Kultur - Lektüre: Alexis Cukier und Paul Guillibert, "Ökologischen Marxismus entdecken" (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Mon, 9 Feb 2026 07:41:28 +0200
Die Buchreihe "Discover" des Verlags Éditions sociales bietet eine
hervorragende Möglichkeit, ein Thema zu erkunden und sich einen
Überblick über das Werk eines Autors zu verschaffen, bevor man tiefer in
die Materie einsteigt. Das Buch "Ökologischen Marxismus entdecken" von
Alexis Cukier und Paul Guillibert bildet da keine Ausnahme. Es
präsentiert und diskutiert die Arbeiten von zehn Autoren, die über
mehrere Jahrzehnte hinweg zur Entwicklung des marxistischen ökologischen
Denkens beigetragen haben.
Der ökologische Marxismus rückt die Produktion wieder in den Mittelpunkt
des ökologischen Denkens. Dadurch hilft er uns, die strategische
Sackgasse der modernen westlichen Ökologie zu überwinden, die Ökologie
auf eine Konsumfrage reduziert. Er bietet uns zudem ein bisher
vernachlässigtes Handlungsmittel: Wir, die Arbeiter - in Fabriken, auf
den Feldern, zu Hause -, produzieren und reproduzieren unsere
Lebensbedingungen ebenso wie Mehrwert und Umweltverschmutzung. Indem er
die Frage nach dem Was, Wie und Warum unserer Produktion neu formuliert,
bringt der ökologische Marxismus die Ökologie der Gewerkschaftsbewegung
einen Schritt näher.
Dies ist jedoch nicht nur eine Neudefinition ökologischer Kämpfe; es ist
vor allem eine Überwindung des marxistischen Rahmens. Es stellt die
Praktiken ökologischer Kämpfe ebenso infrage wie jene der
Arbeiterbewegung. Es macht uns bewusst, dass es dringend notwendig ist,
sowohl die Kontrolle über die Produktionsmittel zurückzuerlangen als
auch deren letztendliche Ziele zu hinterfragen. Diese Veröffentlichung
zum jetzigen Zeitpunkt ist zweifellos kein Zufall: Sie reagiert auf ein
dringendes Bedürfnis und eine gegenwärtige Chance. Ein gemeinsames
Bestreben durchdringt sowohl ökologische Kämpfe als auch Gewerkschaften;
es ist Zeit für den nächsten Schritt.
Anders als der Titel vermuten lässt, gibt es keinen einheitlichen
ökologischen Marxismus, sondern vielmehr ein Kontinuum von Debatten und
gegensätzlichen Ideen. Es ist daher ganz natürlich, dass wir unter den
zahlreichen präsentierten Positionen einigen zustimmen und anderen
weniger, aber sie alle tragen zur laufenden Diskussion bei. Saitos
Versuch[1], eine hypothetische Ökologie bei Marx hervorzuheben, mag uns
als Nicht-Orthodoxen Marxisten zwar wenig interessant erscheinen,
unterstreicht aber dennoch, dass das nahezu vollständige Fehlen
ökologischer Überlegungen bei Marx eher auf unvollendete Arbeit als auf
einen fundamentalen Widerspruch zwischen Marxismus und Ökologie
zurückzuführen ist. Denn, wie andere hier vorgestellte Autoren betonen,
ist der Materialismus ein Instrument zur Analyse der Realität und muss
sich daher stets im Lichte der Fakten und unseres Verständnisses
derselben weiterentwickeln.
Die größte Einschränkung dieses Buches liegt in seinem Fokus auf
theoretischen und akademischen Arbeiten, wobei die praktischen
Anwendungen kaum Erwähnung finden. Doch während das Was und das Warum
wesentlich sind, folgt unmittelbar die Frage nach dem Wie. Diese Frage
treibt uns derzeit am UCL an, und obwohl dieses Buch keine Antwort
liefert, trägt es zur Entwicklung eines Rahmens bei.
Nico (UCL Nantes)
Alexis Cukier und Paul Guillibert, Discovering Ecological Marxism, Les
Éditions Sociales, 2025, 176 Seiten, 12 EUR.
Absenden
[1]Kohei Saito ist ein japanischer marxistischer Ökophilosoph, der sich
in den letzten Jahren zu einer der führenden Figuren des Ökomarxismus
entwickelt hat.
https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Lire-Alexis-Cukier-et-Paul-Guillibert-Decouvrir-le-marxisme-ecologique
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