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(de) France, Monde Libertaire - 13. November 2015: Verbrechen und Erinnerung (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Tue, 16 Dec 2025 08:05:01 +0200


Wo waren wir am 13. November 2015? Sie schlenderten durch Paris in der Nähe der Place de la Nation, vor dem Comptoir Voltaire; sie aßen mit Freunden im Le Carillon, im Le Petit Cambodge in der Rue Alibert, im La Bonne Bière in der Rue du Faubourg du Temple oder im Casa Nostra in der Rue de la Fontaine au Roi zu Mittag; sie waren auf dem Weg zu einem Konzert im Bataclan in der Nähe der Rue Amelot. Sie wurden getötet oder schwer verletzt, die psychischen Narben des Grauens, das sie miterlebten, werden für immer bleiben. 130 Tote, Hunderte Verletzte rund um die Place de la République. Schon am nächsten Tag wurden bei Gedenkveranstaltungen Tausende von Blumen, bewegende Botschaften, Gegenstände, Kinderzeichnungen und Kerzen am Ort des Massakers niedergelegt. Sarah Gensburger und Gérôme Truc, beide Forscher am CNRS (Französisches Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung), erkannten die Bedeutung der Zusammenstellung von Fotografien, Analysen und Zeugnissen dieses Trauerrituals und dieser vergänglichen Gedenkstätten in einem einzigen Buch, *Die Gedenkstätten des 13. November*. Zehn Jahre später wurde das Buch von der EHESS (Hochschule für Höhere Studien in den Sozialwissenschaften) neu aufgelegt.

Das Cover zeigt die Vorderseite des Carillon, einen mit Blumen bedeckten Bürgersteig. "Dieses Buch leistet einen Beitrag zu dieser breiteren Bewegung, indem es eine monografische Perspektive auf die vergänglichen Gedenkstätten bietet, die in Paris entstanden sind[...]. Als Ergebnis einer beispiellosen Zusammenarbeit zwischen Forschern und Archivaren[...]bietet es als erstes einen wirklich umfassenden Ansatz, von der Straße, wo sie Gestalt annehmen, bis zum Museum", insbesondere zum Pariser Archiv am Boulevard Sérurier im 19. Arrondissement. Auch wenn die Perspektive der Forscher distanziert und unnahbar erscheinen mag, ist dies Teil ihrer Mission: größtmögliche Objektivität anzustreben. Viele Freiwillige boten ihre Hilfe an, um die Rettungskräfte zu unterstützen, die sich angesichts des unfassbaren Grauens schließlich zurückzogen. Ein Forschungsprojekt ist nun angelaufen.

Die Erhaltung dieser Gedenkstätten

Die Analyse des Buches gliedert sich in sechs Kapitel. Die ersten beiden Kapitel untersuchen die Gedenkstätten selbst und beleuchten anschließend die damit verbundenen sozialen Praktiken. Die folgenden zwei Kapitel beschreiben den Archivierungsprozess anhand der Aussagen von Guillaume Nahon, dem Direktor des Pariser Archivs, und eines Vergleichs mit den Madrider Bombenanschlägen. Der Schock, den die Pariser Bevölkerung und darüber hinaus empfand, spiegelt sich in den Kondolenzbüchern und der Entwicklung dieser Gedenkstätten von provisorischen zu permanenten wider. Das letzte Kapitel befasst sich mit der Frage der Erhaltung dieser Gedenkstätten als Kulturerbe.

Kultur gegen Waffen!

Die Intensität des Ereignisses wird durch die besonders ausdrucksstarke Bildsprache dieser Seiten vermittelt: der Blick, das Lächeln - diese Frauen, diese Männer sind tot. Die an die Wände geschriebenen Worte, die Zettel, müssen bewahrt werden. Die Pariser Stadtreinigungskräfte leisteten eine körperlich anstrengende Arbeit und gingen dabei stets respektvoll mit den Objekten und Botschaften um. Soziologen analysieren die Bedeutung der Botschaft, die die Bevölkerung vernommen hat: War es ein Angriff auf Paris oder Frankreich, auf das "Wir" des Viertels? Und als Antwort: Kultur gegen Waffen! Wie lässt sich die Erinnerung über die folgenden Tage hinaus bewahren? Wie kann man des Ereignisses gedenken? Mit einer Gedenktafel, einer Statue, einem Baum? Wie lässt sich das Geschehene deuten? Wie kann ein kollektives Gedächtnis geschaffen werden? Dieses Buch trägt durch seine immense emotionale Wirkung zu diesem Verständnis bei.

* Sarah Gensburger und Gérôme Truc (Hrsg.)
Die Gedenkstätten des 13. November
Hrsg. EHESS, 2020 (Neuauflage 2025)

https://monde-libertaire.net/?articlen=8685
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