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(de) France, UCL AL #365 - Kultur - Recht auf Gegendarstellung: "Marxisten und Libertäre" (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Sat, 6 Dec 2025 08:46:55 +0200
Wir danken unserem Genossen Jean-Yves vom UCL für seine Rezension
unseres Buches "Marxisten und Libertäre: Revolutionäre Affinitäten"
(Libertalia, 2025)[3]. Der Titel seines Artikels lautet: "Eine
Neuauflage: Wozu?". Wir antworten: a) um die vergriffene Erstauflage zu
ersetzen, deren Nachdruck der Verlag (Fayard!) abgelehnt hat; b) weil es
junge Leser gibt, die sich für dieses Thema interessieren; und c) um den
Text um einige Ergänzungen zu erweitern. --- Wir sind unserem Genossen
für seine Rezension dankbar. Es ist uns sehr wichtig, die Leser von
Alternative Libertaire über die Veröffentlichung unseres Buches zu
informieren.
Wir können jedoch eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. Nicht wegen
der Kritikpunkte, die durchaus berechtigt sind, sondern wegen des
völligen Fehlens jeglicher positiver Rückmeldungen zum Buch ... Die
gesamte Rezension ist ausschließlich negativ. Und teilweise etwas
"unzutreffend".
Laut dem Rezensenten ist die neue Version beispielsweise "praktisch
identisch" mit der ersten. Die "einzige nennenswerte Änderung" seien
angeblich die vom Verlag hinzugefügten bibliografischen Angaben. Neben
diesen Teiländerungen haben wir jedoch zwei neue Kapitel hinzugefügt,
eines davon zum Thema Internationalismus. Darin werden die
Gemeinsamkeiten und Solidaritäten zwischen Marxisten und Libertären in
der Solidarität mit der Ukraine, Rojava und Palästina sowie im Kampf
gegen den Faschismus erörtert. Dem Rezensenten steht es frei, dieses
Kapitel für uninteressant zu halten, doch wäre es angebracht gewesen,
die Leser von AL darauf hinzuweisen.
Der Rezensent kritisiert uns dafür, dass wir Marx' autoritäre Praktiken
in der Ersten Internationale nicht thematisiert haben. Zugegebenermaßen
ist dies ein berechtigter Kritikpunkt, doch wir haben bewusst darauf
verzichtet, alle Kritikpunkte von Marx an Bakunins Anhängern und
umgekehrt aufzulisten, um den Fokus auf ihre gemeinsame Unterstützung
der Pariser Kommune zu legen. Wir bekennen uns zu dieser Entscheidung.
Wir akzeptieren einen weiteren Kritikpunkt: die ausschließliche
Bezugnahme auf die Internationale Arbeiterassoziation, ohne die größeren
und jüngeren internationalen anarchistischen Netzwerke zu erwähnen. Dies
sollte in einer dritten Auflage korrigiert werden. Die Behauptung, unser
Ziel sei es gewesen, "die Sachlage zu verkomplizieren", ist jedoch
unbegründet. Der Genosse bemängelt, wir würden die Unterschiede zwischen
libertären Strömungen nicht analysieren, doch er gibt selbst kein gutes
Beispiel, indem er nicht zwischen "leninistischen Organisationen in
ihren stalinistischen, trotzkistischen oder maoistischen Varianten"
unterscheidet. Die Anarchisten der CNT-FAI[1]in Barcelona im Jahr 1937
waren durchaus in der Lage, zwischen Stalinisten und Genossen der
POUM[2]zu unterscheiden (obwohl diese vorgaben, Lenin und Trotzki zu
folgen).
Der Rezensent wirft uns vor, "Gutes und Schlechtes ohne jegliche
Grundlage zu vermischen". Als einziges Beispiel wird der Abschnitt über
Wahlen angeführt. Laut Genosse Jean-Yves würden wir deren Positionen
"karikieren". Im Gegenteil, wir erkennen an, dass selbst die
revolutionärsten Marxisten nicht immun gegen den von Anarchisten
angeprangerten Wahlkampf sind. Wo bleibt da die Karikatur? Ein weiteres
Argument des Genossen: "Die NPA sucht regelmäßig Bündnisse mit
reformistischen Organisationen." Wie wir jedoch bereits mehrfach
dargelegt haben, ist unser Buch kein Dokument der NPA, und unsere
Ansichten decken sich nicht immer mit denen unserer Partei, die - ja, in
der Tat! - unterschiedliche Standpunkte zu verschiedenen Themen zugibt.
Wir hatten gehofft, dass unsere Genossen von Alternative Libertaire
unser Buch im Geiste der "revolutionären Affinitäten" und der
"Solidaritätsübereinstimmungen" zwischen unseren Strömungen diskutieren
würden. Schade. Vielleicht ein anderes Mal.
Michael Löwy und Olivier Besancenot
Olivier Besancenot und Michael Löwy, Marxisten und Libertäre,
Libertalia, 2025, 224 Seiten, 10 EUR.
Einreichen
[1]Nationaler Gewerkschaftsbund - Iberischer Anarchistischer Verband
[2]Arbeiterpartei der Marxistischen Vereinigung.
[3]"Eine Neuauflage: Wozu?", Alternative Libertaire Nr. 364, Oktober 2025.
https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Droit-de-reponse-Marxistes-et-libertaires
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