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(de) Germany, LIKOS: Kundgebung "Busse stett Kriegsgerät" - Redebeitrag (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Fri, 21 Nov 2025 09:04:11 +0200
Am 24.10. haben wir auf der Kundgebung "Busse statt Kriegsgerät - Keine
Produktion von Rheinmetall in Osnabrück" von dem Netzwerk "Zukunftswerk
Osnabrück" folgenden Redebeitrag gehalten: ---- Das VW-Werk in Osnabrück
soll voraussichtlich vom Rüstungskonzern Rheinmetall übernommen werden,
das heißt, dort soll Kriegsgerät produziert werden. Seit Jahren pumpt
Deutschland immer mehr Geld in die Aufrüstung. Was immer heißt, dass
woanders gespart wird. Wir alle sollten uns keinen Illusionen hingeben,
schon jetzt und auch in näherer Zukunft wird es die größten Angriffe auf
unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen geben: Einsparungen im sogenannten
sozialen Bereich, härtere Arbeitszeiten, der größte Angriff auf Arme,
begleitet von einer medialen Hetze, wenn wir uns nicht wehren! Gleiches
gilt für die zunehmende Militarisierung in Deutschland: Das ausgegebene
Ziel, Deutschland solle in fünf Jahren kriegstauglich sein, sollten wir
alle ernst nehmen. Was das heißen kann, wird bspw. deutlich, wenn der
Präsident des Reservistenverbands zu Protokoll gibt, dass es eine
Wehrpflicht brauche, da im Kriegsfall mit 1000 toten Soldat:innen pro
Tag zu rechnen ist, welche ersetzt werden wollen.
Die Legitimation von diesem Wahnsinn läuft aktuell gerade vor allem über
die "Bedrohung aus dem Osten". Und um eins vorweg deutlich zu machen:
Der russische Angriffskrieg ist nicht zu rechtfertigen, wer das tut
gehört zu unseren Gegner:innen. Aber erstens: Die Aufrüstung und
Militarisierung Deutschlands heißt eben genau das: ein aufgerüsteter,
militarisierter deutscher Staat, der überall auf der Welt Krieg führen
kann. Zweitens: Ein Krieg mit Russland, so unwahrscheinlich er ggf. in
Anbetracht des Atomwaffenarsenals auch erscheinen mag, hieße auch mit
konventionellen Waffen Massenmord. Es gilt, sich dieser Logik zu
verweigern! So aussichtslos wie es auch erscheinen mag, es gibt keine
andere Option als sich auf beiden Seiten der Frontlinie mit den
Deserteur:innen, den Menschen die Sabotage üben, den Streikenden,
letztlich den Menschen welche für die Kriegslogik materiell bezahlen,
häufig genug mit ihrem Leben, zu vernetzen.
Um vielleicht ein historisches Beispiel anzuführen: 1914, kurz vor dem
ersten Weltkrieg stimmte die SPD, den Kriegskrediten zu, die
sozialdemokratischen Gewerkschaften versprachen Burgfrieden, also keine
Streiks und keine Lohnforderungen. Die SPD von vor über 100 Jahren ist
nicht mit der SPD von heute zu verwechseln. Damals war sie international
die bedeutendste politische Kraft der Arbeiter:innenbewegung und weit
über Deutschland hinaus Bezugspunkt der Arbeiter:innenbewegung. Wie kam
es dazu? Warum stimmte eine Arbeiterpartei einem Krieg zu?
Natürlich gab es auch hier Karrieristen und Opportunismus usw. aber
Hauptargument war die Gefahr aus Russland. Russland sei Hort der
Reaktion, politisch rückständig - eine der autoritärsten Monarchien der
Welt - und bedrohe damit die Arbeiter:innenklasse. Und es stimmt:
Russland war durchaus ein Hort der Reaktion und das Zarenregime war
eines der autoritärsten auf der Welt. Die Stimmung kippte, die SPD hielt
die Füße still, statt den Weltkrieg durch Massenstreiks zu verhindern,
begannen vier Jahre Massensterben. Wie viel es den Arbeiter:innen
gebracht hat, wie sehr es demokratische Rechte verbessert und der
Arbeiter:innenbewegung geholfen hat? Die Millionen Toten sind die
Antwort! Warum erzählen wir das hier: Wir wollen damit zeigen, worauf
ein Einlassen auf diese Logik hinauslaufen kann.
Wenn nun also bei VW in Osnabrück Kriegsgerät hergestellt werden soll,
dann ist es eine gute Gelegenheit eine antimilitaristische Bewegung
aufzubauen! Wichtig ist dabei, den Kolleg:innen bei VW nicht moralisch
oder wie es heute heißt, judgy zu begegnen. Wie es im Aufruf zu dieser
Kundgebung richtig heißt, sie werden nicht gefragt was produziert werden
soll. Vielmehr werden sie vor die Wahl gestellt: Arbeitslosigkeit oder
Kriegsgerät herstellen. Diese Wahl, die uns als einzig realistische
präsentiert wird, ist nicht alternativlos. Wirklich zukunftsfähig ist
es, gemeinsam zu überlegen, was im VW Werk gesellschaftlich nützliches
produziert werden könnte. Zum Beispiel Busse für den öffentlichen
Nahverkehr statt Kriegsgerät. Dafür braucht es Druck von der Straße und
Solidarität mit den Kolleg:innen! Nur so können wir die Kriegsproduktion
von Rheinmetall verhindern und Arbeitsplätze erhalten. Einfach so, wird
es kein Einlenken geben.
Also bringt euch ein in die Vernetzung!
https://likos.noblogs.org/2025/10/25/kundgebung-busse-stett-kriegsgeraet-redebeitrag/
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