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(de) Brazil, UAF: Hunger ist eine Erfindung des Kapitalismus: Von der Lüge der Knappheit zum Kampf um Ernährungssouveränität (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Tue, 11 Nov 2025 07:53:34 +0200


Wir geben den Text der Konferenz vom 3. Oktober 2025 wieder: ---- Hunger wird systematisch als technisches Problem dargestellt, als Folge eines vermeintlichen Mangels an Nahrungsmitteln oder als Naturkatastrophe, die auf Dürren und Kriege zurückzuführen ist. Das ist die große Lüge, die uns aufgetischt wird. In Wirklichkeit ist Hunger kein Fehler des kapitalistischen Systems; er ist eine seiner grausamsten und brutalsten Funktionen, der ultimative Ausdruck einer Logik, die Profit über das Leben stellt. ---- Der überzeugendste Beweis für diese Perversität findet sich in Brasilien, einem der größten Nahrungsmittelproduzenten der Welt. In der Ernte 2022/2023 produzierte das Land mehr als 300 Millionen Tonnen Getreide. Würde man diese Produktion einfach durch die Bevölkerung teilen, hätte jede Brasilianerin Anspruch auf mehr als 4 kg Nahrungsmittel pro Tag. Doch trotz dieses obszönen Überflusses hungern 33 Millionen Menschen, und 70 Millionen leben in Ernährungsunsicherheit. Wie ist das möglich? Die Antwort ist einfach und klar: Das System produziert nicht, um zu ernähren, sondern um Profit zu machen.

Das ist die perverse Logik des Kapitalismus: Nahrung ist kein Recht, sondern eine Ware. Ihr primärer Wert liegt nicht in der Ernährung der Menschen, sondern in der Kapitalakkumulation. Für einen Großkonzern ist es profitabler, Mais in Ethanol oder Futter für Stallvieh umzuwandeln, als der Bevölkerung günstige Lebensmittel zu garantieren. Bewusste Verschwendung - Milch wegwerfen oder Obst verrotten lassen - ist eine Marktstrategie, um die Preise hoch zu halten. An der Spitze dieses Systems stehen rund 50 globale Konzerne wie Cargill, Bayer und Nestlé, die die Lebensmittelproduktion, -verteilung und -preise kontrollieren. Lebensmittel sind in den Händen derer, die Profit wollen, nicht Nahrung.

In Brasilien ist die Agrarindustrie das sichtbarste Gesicht dieser Hungermaschine. Sie produziert keine Lebensmittel, sondern Waren für den Export. Obwohl die Familienlandwirtschaft 75 % des Ackerlandes beansprucht, bringt sie mit nur 23 % der Fläche echte Nahrungsmittel auf die Tische der Brasilianer: Sie produziert 70 % der Bohnen, 58 % der Milch und 38 % des Kaffees. Dennoch erhält die Agrarindustrie den überwiegenden Teil der staatlichen Subventionen und Kredite. Das System finanziert somit diejenigen, die Gewinne exportieren, nicht diejenigen, die die Bevölkerung ernähren. Und es tut dies durch die Vertreibung traditioneller Gemeinschaften, die Vergiftung des Landes mit Pestiziden und die Zerstörung von Biomen und etabliert sich so als ein Projekt des Todes.

Der Staat ist weit davon entfernt, ein neutraler Vermittler zu sein, sondern fungiert als Verwalter dieses Kapitals. Der Abbau staatlicher Maßnahmen ist eine politische Entscheidung. Brasilien wurde 2014 dank einer soliden Politik zur Unterstützung der Familienlandwirtschaft und der Einkommensverteilung von der UN-Hungerkarte gestrichen. Unter der nachfolgenden Regierung wurden diese Maßnahmen abgeschafft, und das Land kehrte 2022 auf die Hungerkarte zurück. Dies war kein Zufall, sondern die direkte Folge eines Staates, der dem Kapital dient und mit dem Leben der Menschen im Interesse der herrschenden Klassen spielt. Erfolgreiche Programme wie das PAA (Food Acquisition Program) und das PNAE, das 30 % der Schulmahlzeiten an Familienbetriebe weiterleitet, zeigen, dass es Lösungen gibt, doch diese sind immer die ersten Ziele, wenn das Kapital Sparmaßnahmen fordert.

In diesem Szenario reicht Anprangerung nicht aus. Alternativen müssen hier und jetzt geschaffen werden, ohne sich auf den Staat oder Konzerne zu verlassen. Direkte Aktionen materialisieren sich in den Landbesetzungen der MST und anderer Bewegungen. Dabei handelt es sich nicht um "Invasionen", sondern um die Rückgewinnung gestohlenen Landes für einen sozialen Zweck: die kooperative Produktion echter Lebensmittel ohne Gift. Gegenseitige Unterstützung wird in Familienbetrieben, Straßenmärkten, Gemeinschaftsgärten und der Verzahnung von Produktion und Konsum verwirklicht. Ein praktisches Beispiel ist ASTRAF im Bundesdistrikt, das 40 Tonnen Bio-Lebensmittel pro Monat produziert und öffentliche Schulen direkt beliefert. Das ist gelebte Ernährungssouveränität: Die Menschen kontrollieren, was sie produzieren und was sie essen.

Hunger ist daher eine politische Waffe. Er ist ein Instrument zur Kontrolle, Disziplinierung und Schwächung der Arbeiterklasse. Ein hungriges Volk lässt sich leichter manipulieren. Das globale Problem war nie Nahrungsmittelmangel, sondern die Konzentration von Einkommen, Land, Macht und Profit - Mechanismen von Staat und Kapital, die Knappheit schaffen. Unser Kampf richtet sich nicht um Krümel oder "mehr öffentliche Politik". Wir kämpfen für radikale Veränderungen: für freies Land, für einheimisches Saatgut, für kommunale Selbstverwaltung und für das Ende der Konzern- und Staatsmacht. Hunger ist eine Erfindung des Kapitalismus. Und unsere historische Aufgabe ist es, mit unseren eigenen Händen eine neue Welt zu erfinden, in der er nur noch eine schlechte Erinnerung ist. Für Land, für Freiheit und für das Ende aller Herrschaft!

Liberto Herrera.

Föderalistische Anarchistische Union - UAF

https://uafbr.noblogs.org/post/2025/10/04/a-fome-e-uma-invencao-do-capitalismo-da-mentira-da-escassez-a-luta-pela-soberania-alimentar/
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