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(de) Italy, Umanita Nova #24-25 - Boni und Almosen. Die Sozialpolitik der Regierung Meloni (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Sat, 18 Oct 2025 10:36:30 +0300
In den letzten Monaten hat die Regierung Meloni eine Praxis
intensiviert, die längst zu ihrem Markenzeichen geworden ist: das
massenhafte Verteilen von Boni, die als Sozialpolitik verkauft werden.
Jede Woche wird eine neue Maßnahme angekündigt: Psychologenbonus,
Gutscheine für Kindertagesstätten, Mietzuschüsse, Sportgutscheine,
Vergünstigungen für Studierende. Die offizielle Erzählung ist immer
dieselbe: "Wir greifen ein, um Familien in Schwierigkeiten zu helfen."
Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein gigantisches Täuschungsmanöver.
Der Psychologenbonus ist vielleicht das bekannteste Beispiel. Als großer
Durchbruch nach Jahren gesundheitlicher Notlage und zunehmendem
psychischen Leid präsentiert, entpuppte er sich als Farce: Bei fast
400.000 Anträgen reichten die verfügbaren Mittel für knapp 10.000
Menschen. Alle anderen müssen weiterhin privat zahlen oder auf Hilfe
verzichten. Dasselbe gilt für die Mietzuschüsse: maximal 1.500 Euro pro
Jahr, während eine Dreizimmerwohnung in einer durchschnittlichen Stadt
leicht 1.000 Euro im Monat kostet. Kindertagesstätten? Ja, es gibt einen
Gutschein von 3.000 Euro pro Jahr, aber nur für diejenigen, die die
ISEE-Grenzen erfüllen - und nur, wenn sie einen Platz in immer rarer
werdenden öffentlichen Einrichtungen finden.
Diese Maßnahmen haben wiederkehrende Merkmale:
sie sind temporär, dauern ein Jahr oder etwas länger;
sie sind selektiv, zugänglich nur für jene, die bürokratische Hürden und
"Click Days" überwinden;
sie greifen niemals die wahren Ursachen der sozialen Krise an (niedrige
Löhne, weitverbreitete Prekarität, Privatisierung von Gesundheit und
Bildung);
sie schaffen Konkurrenz unter Armen, indem Bedürfnisse in Lotterien
verwandelt werden, bei denen der Schnellste alles bekommt.
Das Problem ist nicht nur der Mangel an Ressourcen: Es ist die Logik
selbst. Der Staat investiert nicht in strukturelle Politik, sondern
verteilt Almosen. Er schafft keine universellen Rechte, sondern
einmalige Schecks. Dadurch werden kollektive Bedürfnisse fragmentiert
und individualisiert. Jeder jagt seinem eigenen Gutschein, seinem
eigenen Antrag, seinem eigenen ISEE-Code hinterher. Die Idee, gemeinsam
einen würdigen Lohn, kostenlose und zugängliche Gesundheitsversorgung,
eine hochwertige öffentliche Schule einzufordern, wird durch die
Illusion ersetzt, eine kleine staatliche Hilfe zu bekommen.
Währenddessen erzählen die Zahlen eine andere Geschichte. In den letzten
fünfzehn Jahren wurde das öffentliche Gesundheitswesen um 37 Milliarden
Euro gekürzt: Krankenhäuser wurden geschlossen, Notaufnahmen
kollabieren, Wartelisten sind endlos. Die Ausgaben für Bildung gehören
weiterhin zu den niedrigsten in Europa. Dagegen übersteigen die
italienischen Militärausgaben inzwischen 30 Milliarden pro Jahr - mit
stetigem Wachstum, um die NATO-Vorgaben zu erfüllen. Für die Brücke über
die Meerenge finden sich Milliarden, für die Grundversorgung im
Gesundheitswesen werden "Opfer" gefordert.
Hinter der Fassade der Boni verbirgt sich eine klare politische
Strategie: keine Umverteilung von Reichtum, keine Einschränkung der
Profite großer Unternehmen, keine Stärkung öffentlicher Dienste. Im
Gegenteil: Löhne und Rechte werden eingefroren, während man Zustimmung
erkauft, indem man Krümel verteilt. Eine Art Klientelismus 2.0: nicht
mehr der Politiker, der dir eine Unterstützung verschafft, sondern ein
digitales Portal, das entscheidet, wer das Almosen bekommt.
Dieser Mechanismus ist nicht nur ineffektiv: Er ist gefährlich. Weil er
verhindert, kollektives Bewusstsein aufzubauen. Weil er die Menschen
dazu bringt, den Staat als gelegentlichen Gönner wahrzunehmen, statt als
Verantwortlichen für das soziale Desaster. Weil er Kämpfe fragmentiert
und zu individuellen Wettläufen um Hilfen degradiert.
Als Anarchist:innen prangern wir diese Logik an. Von Regierungen, die
Rechte abbauen und uns Almosen hinwerfen, haben wir nichts zu erwarten.
Die Antwort liegt woanders: in direkter Solidarität, gegenseitiger Hilfe
und Organisation von unten. Wo der Staat Bedürfnisse auf
Protokollnummern und Wartelisten reduziert, können wir reale Netzwerke
gegenseitiger Unterstützung, selbstverwaltete Räume und Kampfformen
aufbauen, die Würde und Macht zu den Menschen zurückbringen.
Wir brauchen keine Boni: Wir brauchen soziale Gerechtigkeit. Wir wollen
keine Almosen: Wir wollen Freiheit, Lohn, Wohnung, Gesundheit, Bildung.
Alles, was uns die Regierungen verweigern, können wir nur gemeinsam
erkämpfen.
Totò Caggese
https://umanitanova.org/bonus-e-mancette-la-politica-sociale-del-governo-meloni/
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