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(de) Germany, LIKOS: Antimilitaristische Aktion auf dem "Niedersachsen- Tag" (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Tue, 30 Sep 2025 07:29:26 +0300
Vom 29.-31. August 2025 findet in Osnabrück der sog. "Niedersachsen-Tag"
statt. Eine Marketing und PR Veranstaltung Niedersachsens wie
Osnabrücks. Teil des Programms: Die Bundeswehr, inklusive Kriegsgerät.
Wir haben dem Stand einen Besuch abgestattet und unter anderem folgenden
Flyer verteilt und verlesen: ---- Nach dem Angriffskrieg Russlands auf
die Ukraine beschloss die damalige Ampel-Regierung unmittelbar ein
Sondervermögen von 100 Milliarden Euro. Zur Verdeutlichung: Eine
Milliarde Sekunden sind ca. 31,7 Jahre. Dieser Trend von Aufrüstung und
Militarisierung geht seitdem ungehindert weiter. Die Militärausgaben
sind von der Schuldenbremse ausgenommen und können quasi unbegrenzt
erhöht werden. Auf EU-Ebene soll ein 800-Milliarden-Euro-Paket für
Militär und Rüstung umgesetzt werden, die NATO hat 2025 beschlossen 5%
des BIP für den Rüstungsetat auszugeben. Deutschland steht dabei an der
Spitze der Staaten mit den höchsten Militärausgaben.
Die Wehrpflicht wird langsam wieder eingeführt und es wird versucht, die
Jugend auf Krieg zu trimmen. Kürzlich eröffnete die Bundeswehr den
Ärzt:innenkongress und forderte dabei einen Fokus bei der Weiterbildung
auf Kriegsverletzungen zu legen. Außerdem ist eine gesetzlich verankerte
Zwangsverpflichtung für medizinisches Personal in Vorbereitung. Alleine
das sollte deutlich machen, worauf der Kurs hinauslaufen kann! Das
Gesundheitssystem muss nun auch dem Militär dienen. Das ist nur
beispielhaft für den Paradigmenwechsel in der deutschen Mentalität. In
Vorbereitung auf einen, als unvermeidlich gesehenen Krieg, hat sich
alles der militärischen Doktrin unterzuordnen, die soziale Frage tritt
nicht nur in Geld gemessen weiter in den Hintergrund und wird höchstens
mobilisiert, um diejenigen, die wenig haben, gegen die aufzuscheuchen,
die noch weniger haben. Wenn alles der militärischen Disziplin
unterworfen wird, macht das etwas mit den Menschen. Das Vaterland ist
das Vehikel, über das alle Klassenunterschiede scheinbar dem Erdboden
gleichgemacht werden können.
Militarisierung und Aufrüstung heißen dabei also nicht "bloß" Krieg
gegen den äußeren Feind, sondern eben auch Repression nach Innen. Sei es
der Versuch, das Rheinmetall Entwaffnen Camp in Köln zu verbieten oder
die Polizeiangriffe auf Demonstrationen gegen den Krieg und das Morden
in Gaza.
Während das Geld in die Aufrüstung ungehindert fließt, wird der
sogenannte Sozialstaat massiv abgebaut. Massive Kürzungen beim
Bürgergeld, Bildung, Gesundheitswesen, Jugendhilfe usw., die Liste ließe
sich ewig fortsetzen. Begleitet wird das von einer enthemmten Hetze
gegen Arme und Migrant:innen, in der bereits vorscheint, wie weit die
Herrschenden bereit sind zu gehen. Die Hetze produziert eine kalte
gesellschaftliche Stimmung, in der alles Schlechte auf die sozial
Schwachen geschoben wird - der Sozialabbau, der dieser folgt, resultiert
dann wieder in Prekarität, die sich wieder in Hetze ausdrückt. Dieser
Kreislauf scheint sich gegenseitig zu bedingen, wird jedoch stets und in
seinem Ursprung angetrieben von dem ewigen Hunger des Kapitals, das in
der Krise alle Kräfte mobilisieren muss, um selbst weiterzubestehen.
Um hier von niemandem falsch verstanden zu werden: Der russische
Angriffskrieg ist nicht zu rechtfertigen. Wer sich auf diese Logik
einlässt, gehört zu unseren Gegner:innen. Er ist im Kontext einer sich
zuspitzenden Krise des Kapitalismus und des Hegemonieverlustes des
Westens zu verstehen. Nicht bloß der Westen, die Welt steuert auf Krieg
zu, in der die Staaten versuchen ihre Interessen nun vermehrt mit
militärischen Mitteln durchzusetzen - um Menschenrechte geht es dabei
nicht. Dieser Logik gilt es, sich zu verweigern. So aussichtslos es
erscheint, es gibt keine andere Option als sich auf beiden Seiten der
Frontlinie mit den Deserteur:innen, den Menschen die Sabotage üben, den
Streikenden, letztlich den Menschen, welche für diesen Krieg materiell,
häufig genug mit ihrem Leben, bezahlen, zu verbinden und zu vernetzen
und die Kriegslogik zu verraten. Dies darf zwar nicht einseitig
geschehen, sonst ergreift man Partei für eine Seite, aber irgendwo
müssen wir anfangen.
In Osnabrück gibt es Überlegungen seitens Rheinmetall das VW-Werk zu
übernehmen und dort künftig Kriegsgerät herzustellen, eine gute
Gelegenheit vor unserer Haustür. Natürlich dürfen wir nicht zulassen,
dass ab 2027 mehr als 3000 Menschen ohne Arbeit und Einkommen dastehen,
aber seitens der Politik wird gerade der Eindruck erweckt, als gäbe es
dafür keine andere Möglichkeit, als Waffen zu produzieren. Wehren wir
uns dagegen, dass die Produktionsmittel, die unserem Leben dienen
können, unserem Tod dienen.
https://likos.noblogs.org/2025/08/30/antimilitaristische-aktion-auf-dem-niedersachsen-tag/
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