A - I n f o s

a multi-lingual news service by, for, and about anarchists **
News in all languages
Last 30 posts (Homepage) Last two weeks' posts Our archives of old posts

The last 100 posts, according to language
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Catalan_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Francais_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkurkish_ The.Supplement

The First Few Lines of The Last 10 posts in:
Castellano_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_
First few lines of all posts of last 24 hours

Links to indexes of first few lines of all posts of past 30 days | of 2002 | of 2003 | of 2004 | of 2005 | of 2006 | of 2007 | of 2008 | of 2009 | of 2010 | of 2011 | of 2012 | of 2013 | of 2014 | of 2015 | of 2016 | of 2017 | of 2018 | of 2019 | of 2020 | of 2021 | of 2022 | of 2023 | of 2024

Syndication Of A-Infos - including RDF - How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups

(de) France, UCL AL #346 - Landwirtschaftliche Mobilisierungen in Deutschland: Aus der Saat der Sparpolitik entsteht ein Feld des Protests (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

Date Mon, 11 Mar 2024 09:13:23 +0200


Hier übersetzen wir einen Text der deutschen anarchistischen Organisation Die Plattform. Sie prangert die von der Regierung durchgeführte Sparpolitik an, die derzeit die deutsche Bauernschaft trifft, unter der sich Wut zusammenbraut. ---- Sparen, sparen, sparen: Diese Agenda der Ampel-Regierung[1]stammt nicht nur vom Ende letzten Jahres. Mit der Haushaltsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts im vergangenen November hat sich die Konsequenz, mit der dieses Vorhaben verfolgt wird, drastisch erhöht. Das Heizen von Häusern wird teurer und das Sanktionsregime, das bereits jeden Monat Bürgergeld[2]-Beziehern zusetzt, wird weiter verschärft. Klar war auch, dass der Mindestlohn nur um wenige Cent erhöht werden würde. Gleichzeitig bleiben die Ausgaben für die Bundeswehr davon unberührt. Daher werden weiterhin Milliarden in die Aufrüstung des Imperialismus investiert, der sich in einer Zeit behaupten will, in der sich die Widersprüche zwischen den imperialistischen Blöcken verschärfen.

Die Leidtragenden dieser Sparpolitik sind vor allem wir, die Arbeitnehmer. Wir müssen immer mehr Verschlechterungen unseres Lebensstandards hinnehmen und werden dazu gedrängt, miserable Jobs anzunehmen. Um uns das schlucken zu lassen, erklärte die Regierung wochenlang, dass sie die Sozialausgaben nicht antasten wolle. Seien wir realistisch: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis andere Teile des Sozialstaats abgebaut werden, um uns als Klasse international wettbewerbsfähiger zu machen und damit gegenüber dem deutschen Kapital, das unsere Arbeit ausbeutet.

Sparmaßnahmen auch auf den Feldern
Doch die Sparpolitik der Regierung richtet sich nicht nur gegen die Arbeitnehmer. Der Wegfall zweier Subventionen in der Landwirtschaft - der Erstattung von Agrardiesel und der Befreiung von der Kfz-Steuer - trifft die Landwirte hart. Während bei großen Betrieben immer noch ein paar tausend Euro fehlen, sind kleine Betriebe mitunter ernsthaft gefährdet. Allerdings ist der Alltag der Kleinbauern und ihrer Mitarbeiter bereits seit Jahrzehnten von Überlastung und prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen geprägt.

Erholung der Rechten und der extremen Rechten
Anders als von der Regierung behauptet, trägt der Abbau von Subventionen nichts zum Klimaschutz bei. Es verschleiert das wahre Motiv der Sparagenda, vergrößert die Kluft zwischen Umweltaktivisten, Kleinbauern und Landarbeitern und spielt so der Regierung in die Hände. Der Wegfall von Subventionen führt also nicht zu einer Reduzierung der Emissionen, sondern erhöht die wirtschaftliche Belastung der am stärksten benachteiligten Landwirte. Die Folge ist eine erhöhte Prekarität, die zu großen Entlassungswellen führen kann.

Eine ökologische Transformation der Wirtschaft ist dringend erforderlich. Aber wirklich möglich wird es nur in einer Gesellschaft, die Produktion und Verteilung an Bedürfnissen und ökologischer Verträglichkeit und nicht an Gewinnmaximierung orientiert. Der ökologische Wandel muss von unten erfolgen; auf demokratische Weise, auf Basisebene, durch bescheidene Bauern, die Bauernhöfe kollektivieren und sich auf regionaler Ebene mit anderen Bauernhöfen, Branchen und Gemeinden zusammenschließen.

Wir machen uns keine Illusionen. Diese Sichtweise wird von den meisten Betroffenen nicht geteilt. Sie mobilisieren derzeit auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, um ihre direkten wirtschaftlichen Interessen gegen den Subventionsabbau zu verteidigen. Da sich diese Maßnahmen gegen alle Landwirte richten, umfassen die Mobilisierungen sowohl Besitzer kleiner als auch großer landwirtschaftlicher Betriebe.

Gleichzeitig solidarisieren sich nichtbäuerliche Kräfte mit den Protesten. Neben den rechten bürgerlichen Sektoren, von der CDU[3]bis zu den Freien Wählern[4], gibt es offen reaktionäre politische Kräfte, von der AfD[5]bis zu den Neonazi-Kräften, die in die Offensive gehen um die Wut der Bauern gegen die Ampel-Regierung für ihren eigenen politischen Vorteil auszunutzen. Und in einem Teil der Bauernschaft können sie sich auf bestehende reaktionäre Einstellungen stützen.

Besonders perfide ist es, wenn rechtsextreme Kräfte vordergründig wirtschaftliche Missstände mit Hass auf Migranten in Verbindung bringen, die selbst einen erheblichen Teil der Arbeitskräfte in der Agrarindustrie ausmachen. Wenn es den reaktionären Bewegungen gelingt, in den Protest einzudringen, liegt das auch daran, dass sie sich seit langem an die Agrarwelt wenden und sich in kurzer Zeit koordinieren können.

Schließen Sie sich der Bewegung an und treten Sie den Reaktionären entgegen
Dass die progressiven Kräfte relativ schwach sind, liegt auch daran, dass sich die radikale Linke in der BRD in den letzten Jahrzehnten weitgehend aus dem Agrarsektor zurückgezogen hat. Der erfolgversprechendste Weg, dies zu ändern, besteht jedoch darin, sich mit dem Protest zu solidarisieren, sich ihm aktiv anzuschließen, progressive Positionen zu stärken und Reaktionäre zu vertreiben. Denn der Protest gegen den Subventionsabbau ist legitim und verdient Unterstützung. Wir sind uns jedoch bewusst, dass die Bauernschaft keine homogene Masse ist. Unsere Solidarität gilt vor allem den kleinbäuerlichen Betrieben, deren Existenz bedroht ist, und natürlich den Beschäftigten der betroffenen Branchen.

Wir begrüßen, dass Landarbeiter mit ihrer Branchengewerkschaftsinitiative[6]zur Unterstützung der bevorstehenden Proteste aufrufen und dies stellenweise bereits tun. Seien wir als Mitglieder und Unterstützer der FAU, als Umweltaktivisten oder einfach als Solidaristen dabei. Verbreiten wir unsere antikapitalistische und ökologische Perspektive und lehnen wir reaktionäre Aufschwünge ebenso ab wie bürgerliche Positionen!

Die Plattform, 12. Januar 2024

Bestätigen

[1]Politische Koalition zwischen SPD, FDP und den Grünen.

[2]"Bürgergeld", gleichbedeutend mit dem Grundarbeitslosengeld.

[3]Christlich-Demokratische Union.

[4]Rechtsliberale Partei.

[5]Alternative für Deutschland, rechtsextreme nationalistische Partei.

[6]Die Green Jobs Initiative der Freien Arbeitergewerkschaft (FAU).

https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Mobilisations-agricoles-en-Allemagne-La-graine-de-l-austerite-fait-pousser-un
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe https://ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de
A-Infos Information Center