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(de) France, UCL AL #346 - Landwirtschaftliche Mobilisierungen in Deutschland: Aus der Saat der Sparpolitik entsteht ein Feld des Protests (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Mon, 11 Mar 2024 09:13:23 +0200
Hier übersetzen wir einen Text der deutschen anarchistischen
Organisation Die Plattform. Sie prangert die von der Regierung
durchgeführte Sparpolitik an, die derzeit die deutsche Bauernschaft
trifft, unter der sich Wut zusammenbraut. ---- Sparen, sparen, sparen:
Diese Agenda der Ampel-Regierung[1]stammt nicht nur vom Ende letzten
Jahres. Mit der Haushaltsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts im
vergangenen November hat sich die Konsequenz, mit der dieses Vorhaben
verfolgt wird, drastisch erhöht. Das Heizen von Häusern wird teurer und
das Sanktionsregime, das bereits jeden Monat Bürgergeld[2]-Beziehern
zusetzt, wird weiter verschärft. Klar war auch, dass der Mindestlohn nur
um wenige Cent erhöht werden würde. Gleichzeitig bleiben die Ausgaben
für die Bundeswehr davon unberührt. Daher werden weiterhin Milliarden in
die Aufrüstung des Imperialismus investiert, der sich in einer Zeit
behaupten will, in der sich die Widersprüche zwischen den
imperialistischen Blöcken verschärfen.
Die Leidtragenden dieser Sparpolitik sind vor allem wir, die
Arbeitnehmer. Wir müssen immer mehr Verschlechterungen unseres
Lebensstandards hinnehmen und werden dazu gedrängt, miserable Jobs
anzunehmen. Um uns das schlucken zu lassen, erklärte die Regierung
wochenlang, dass sie die Sozialausgaben nicht antasten wolle. Seien wir
realistisch: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis andere Teile des
Sozialstaats abgebaut werden, um uns als Klasse international
wettbewerbsfähiger zu machen und damit gegenüber dem deutschen Kapital,
das unsere Arbeit ausbeutet.
Sparmaßnahmen auch auf den Feldern
Doch die Sparpolitik der Regierung richtet sich nicht nur gegen die
Arbeitnehmer. Der Wegfall zweier Subventionen in der Landwirtschaft -
der Erstattung von Agrardiesel und der Befreiung von der Kfz-Steuer -
trifft die Landwirte hart. Während bei großen Betrieben immer noch ein
paar tausend Euro fehlen, sind kleine Betriebe mitunter ernsthaft
gefährdet. Allerdings ist der Alltag der Kleinbauern und ihrer
Mitarbeiter bereits seit Jahrzehnten von Überlastung und prekären
Lebens- und Arbeitsbedingungen geprägt.
Erholung der Rechten und der extremen Rechten
Anders als von der Regierung behauptet, trägt der Abbau von Subventionen
nichts zum Klimaschutz bei. Es verschleiert das wahre Motiv der
Sparagenda, vergrößert die Kluft zwischen Umweltaktivisten, Kleinbauern
und Landarbeitern und spielt so der Regierung in die Hände. Der Wegfall
von Subventionen führt also nicht zu einer Reduzierung der Emissionen,
sondern erhöht die wirtschaftliche Belastung der am stärksten
benachteiligten Landwirte. Die Folge ist eine erhöhte Prekarität, die zu
großen Entlassungswellen führen kann.
Eine ökologische Transformation der Wirtschaft ist dringend
erforderlich. Aber wirklich möglich wird es nur in einer Gesellschaft,
die Produktion und Verteilung an Bedürfnissen und ökologischer
Verträglichkeit und nicht an Gewinnmaximierung orientiert. Der
ökologische Wandel muss von unten erfolgen; auf demokratische Weise, auf
Basisebene, durch bescheidene Bauern, die Bauernhöfe kollektivieren und
sich auf regionaler Ebene mit anderen Bauernhöfen, Branchen und
Gemeinden zusammenschließen.
Wir machen uns keine Illusionen. Diese Sichtweise wird von den meisten
Betroffenen nicht geteilt. Sie mobilisieren derzeit auf lokaler,
regionaler und nationaler Ebene, um ihre direkten wirtschaftlichen
Interessen gegen den Subventionsabbau zu verteidigen. Da sich diese
Maßnahmen gegen alle Landwirte richten, umfassen die Mobilisierungen
sowohl Besitzer kleiner als auch großer landwirtschaftlicher Betriebe.
Gleichzeitig solidarisieren sich nichtbäuerliche Kräfte mit den
Protesten. Neben den rechten bürgerlichen Sektoren, von der CDU[3]bis zu
den Freien Wählern[4], gibt es offen reaktionäre politische Kräfte, von
der AfD[5]bis zu den Neonazi-Kräften, die in die Offensive gehen um die
Wut der Bauern gegen die Ampel-Regierung für ihren eigenen politischen
Vorteil auszunutzen. Und in einem Teil der Bauernschaft können sie sich
auf bestehende reaktionäre Einstellungen stützen.
Besonders perfide ist es, wenn rechtsextreme Kräfte vordergründig
wirtschaftliche Missstände mit Hass auf Migranten in Verbindung bringen,
die selbst einen erheblichen Teil der Arbeitskräfte in der
Agrarindustrie ausmachen. Wenn es den reaktionären Bewegungen gelingt,
in den Protest einzudringen, liegt das auch daran, dass sie sich seit
langem an die Agrarwelt wenden und sich in kurzer Zeit koordinieren können.
Schließen Sie sich der Bewegung an und treten Sie den Reaktionären entgegen
Dass die progressiven Kräfte relativ schwach sind, liegt auch daran,
dass sich die radikale Linke in der BRD in den letzten Jahrzehnten
weitgehend aus dem Agrarsektor zurückgezogen hat. Der
erfolgversprechendste Weg, dies zu ändern, besteht jedoch darin, sich
mit dem Protest zu solidarisieren, sich ihm aktiv anzuschließen,
progressive Positionen zu stärken und Reaktionäre zu vertreiben. Denn
der Protest gegen den Subventionsabbau ist legitim und verdient
Unterstützung. Wir sind uns jedoch bewusst, dass die Bauernschaft keine
homogene Masse ist. Unsere Solidarität gilt vor allem den
kleinbäuerlichen Betrieben, deren Existenz bedroht ist, und natürlich
den Beschäftigten der betroffenen Branchen.
Wir begrüßen, dass Landarbeiter mit ihrer
Branchengewerkschaftsinitiative[6]zur Unterstützung der bevorstehenden
Proteste aufrufen und dies stellenweise bereits tun. Seien wir als
Mitglieder und Unterstützer der FAU, als Umweltaktivisten oder einfach
als Solidaristen dabei. Verbreiten wir unsere antikapitalistische und
ökologische Perspektive und lehnen wir reaktionäre Aufschwünge ebenso ab
wie bürgerliche Positionen!
Die Plattform, 12. Januar 2024
Bestätigen
[1]Politische Koalition zwischen SPD, FDP und den Grünen.
[2]"Bürgergeld", gleichbedeutend mit dem Grundarbeitslosengeld.
[3]Christlich-Demokratische Union.
[4]Rechtsliberale Partei.
[5]Alternative für Deutschland, rechtsextreme nationalistische Partei.
[6]Die Green Jobs Initiative der Freien Arbeitergewerkschaft (FAU).
https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Mobilisations-agricoles-en-Allemagne-La-graine-de-l-austerite-fait-pousser-un
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